GK 2 – Grundlagen der Haut und deren Anhangsgebilde

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Diese wichtigen Karten benötigst du für die Zwischenprüfungen, am Ende der Schulung. die kannst du auch als App nutzen.

Das Anatomie Fachkunde-Modul „Grundlagen der Haut und deren Anhangsgebilde“ beschäftigt sich umfangreich mit den anatomischen Bezeichnungen und Beschreibungen. Hier lernen die Teilnehmer die einzelnen Hautschichten genau kennen. Von der Dermis über die Subcutis bis hin zum Fettgewebe gibt es genaue Definitionen, die für eine fachgerechte Anwendung der Behandlungen notwendig sind.
Ein weiterer Themenbereich im Modul sind die Strukturen und Zellarten der Haut.
In diesem Bereich gibt es zahlreiche verschiedene Abschnitte, die auch für KosmetikerInnen eine Bedeutung haben. Unter anderem wird sich auf das Bindegewebe und die Haarfollikel bezogen. Thematisiert werden zudem die Schweißdrüsen, die Nerven und die Blutgefäße. Zum Abschluss des Moduls bist du in der Lage, die wesentlichen Schichten der Haut zu benennen und die relevanten Strukturen zu erkennen.

Allgemeines Wissen über die Haut

Einleitung

Die Haut ist das größte und vielseitigste Organ des Menschen. Sie schützt u.a. unsere inneren Organe vor äußeren Einflüssen, ist am Stoffwechsel und an der Wärmeregulation wesentlich beteiligt und ist als Sinnesorgan verantwortlich für die sinnliche Wahrnehmung.

Die Haut besteht aus drei Schichten, wobei diese in weitere Unterschichten unterteilt sind.

Die Haut ist das Arbeitsfeld der KosmetikerInnen. Sie ist nicht nur eine äußere Hülle, die den Körper zusammenhält, sondern sie übt verblüffend viele Aufgaben aus. Dementsprechend ist es wichtig, den Aufbau und die vielfältigen Funktionen der Haut zu verstehen. Dies ist Grundlage für eine seriöse Berufsausübung, nicht zuletzt um professionell unseriöse ­Werbeaussagen von tatsächlich zu erzielenden Ergebnissen durch kosmetische Behandlungen und Präparate zu unterscheiden. Wichtig ist auch, einen Überblick über häufige Hauterkrankungen zu bekommen, da diese zum Teil auch von den Kosmetikerinnen behandelt werden (z. B. Akne) und um prä­ventiv (d. h. vorbeugend) tätig zu werden. Die KosmetikerInnen hat bei der Einschätzung des Hautzustandes von KundInnen eine große Verantwortung, nicht zuletzt auch, da sie die Möglichkeiten und Grenzen ihres Berufs einschätzen muss.

Anatomischer Aufbau

Die Zellen in der Haut

Die Zellen in der Haut

Stammzelle als Ursprung aller Quellen

Aus ihr können im Gegensatz zu anderen Zellen im Körper noch alle anderen Zellarten entstehen.

  • Samenzelle befruchtet Eizelle, bildet somit die Urstammzelle. So wird der gesamte menschliche Körper wird aus dieser Stammzelle gebildet.
  • Hat die Fähigkeit sich zu spezialisieren ⇒ Beispiel: Eine Tochterzelle kann sich nach der Teilung in eine Nervenzelle entwickeln, während sich die andere in eine Blutzelle weiterentwickelt. Daher sind sie im Reparaturmechanismus des Körpers sehr wichtig.
  • Allerdings lässt diese Fähigkeit auch täglich nach. Stammzellen altern, wie der Mensch selber auch, und können ebenso durch Krankheiten beschädigt werden.

Allgemeines über die Haut

Die Haut ist das Hauptarbeitsfeld der KosmetikerInnen und daher ist es wichtig, dass wir sie uns ganz genau in ihren Aufgaben, Funktionen und ihrem Aufbau anschauen und diese verstehen.

Die Aufgaben der Haut sind vielseitig:

  • Sie ist unser Schutzschild und schützt uns vor chemischen, biologischen und physikalischen Einwirkungen.
  • Außerdem ist sie mit zuständig für den Stoffwechsel und regelt unter anderem unsere Körpertemperatur.

Die Haut und ihre drei Schichten

 

Oberhaut

  • Griechisch:  Epidermis
  • Latein:  obere Cutis

Lederhaut

  • Griechisch:  Dermis
  • Latein:  Corium  

Unterhaut

  • Griechisch:  Hypodermis 
  • Latein:  Subcutis

Die Haut besteht aus drei Hautschichten: Von innen nach außen sind dies die Unterhaut (Subcutis), die Lederhaut (Corium) und die Oberhaut (Epidermis).

Die Haut als Schutzorgan

Die Aufgaben der Haut sind vielseitig. Sie ist unser Schutzschild und schützt uns vor chemischen, biologischen und physikalischen Einwirkungen. Außerdem ist sie mit zuständig für den Stoffwechsel und regelt unter anderem unsere Körpertemperatur.

  • Schutz vor Kälte, Hitze und Strahlung
  • Schutz vor Druck, Stößen und Reibung
  • Schutz vor Einwirkungen chemischer Substanzen
  • Schutz vor dem Eindringen von Keimen
  • Schutz vor Wärme- und Wasserverlust
  • Abwehr von Mikroorganismen
  • Resorption bestimmter Wirkstoffe
  • Ausscheidung von Schweiß (Kühleffekt)
  • Kreislauf- und Thermoregulation über Durchblutung
  • Druck-, Tast-, Vibration- und Temperatursinnesorgan

Gewebearten

Das Epithelgewebe in der Epidermis:

  • Mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel. Dieses Epithel ist aus fünf Schichten aufgebaut (mehrschichtig), wobei die oberste Zellschicht aus toten, flachen, kernlosen und verhornten Epithelzellen besteht.
  • Die Epidermis hat keine Blutgefäße; die Dermis versorgt sie über die dermalen Papillen mit Nährstoffen durch Diffusion.

Die Basalmembran:

  • Die Oberhaut und Lederhaut werden durch eine Trennlinie voneinander getrennt: die Basalmembran, welche das Epithel stabilisiert.
  • Sie ist wellenförmig aufgrund der Einstülpungen der Lederhaut in die Oberhaut, diese werden als dermale Papillen bezeichnet.
  • Durch diese Einstülpungen ist die Haut elastischer und die Abgabe von Nährstoffen aus der Dermis an die Epidermis wird verbessert.

Das Bindegewebe in der Lederhaut setzt sich aus zwei Arten zusammen:

  1. Lockeres Bindegewebe ⇒ enthält zapfenförmige Ausstülpungen zur Epidermis /Verzahnung mit dieser, Ernährung der Epidermis
  2. Retikuläres/faserreiches Bindegewebe ⇒ festigt die Haut, enthält die Haarfollikel, die Schweiß- und Talgdrüsen

Zwischen dem Binde- und Fettgewebe bzw. zwischen der Dermis und Subcutis gibt es keine feste Abtrennung. Diese Schichten gehen ineinander über.

Diffusion:

Diffusion ist ein passiver Transportprozess. Der Körper des Menschen, seine Zellen und die Zellzwischenräume bestehen aus flüssigkeitsgefüllten Räumen.

Die Teilchen in der Flüssigkeit wandern (diffundieren) vom Ort ihrer höheren zum Ort ihrer niedrigeren Konzentration, angeregt durch ständige Bewegung im Gewebe.

Dies läuft spontan ab und wird durch die Membranen begrenz oder gesteuert, je nach Durchlässigkeit dieser.

Die Unterteilung der Hautschichten

Unterteilung der einzelnen Hautschichten

Die Epidermis und ihre Schichten

Die Schichten der Epidermis von oben nach unten:

Stratum = Schicht / Lage

Die Oberhaut (Epidermis) ist ein dünnes zelluläres Gewebe, wird den Epithelgeweben zugerechnet und ist 0,03- 0,04 mm dick. Sie enthält keine Blutgefäße und bildet sich aus einem mehrschichtigen Plattenepithel von innen nach außen aus der:

  • Basalzellenschicht (Stratum basale)
  • Stachelzellschicht (Stratum spinosum)
  • Körnerzellschicht (Stratum granulosum)
  • Glanzschicht (Stratum lucidum)
  • Hornzellenschicht (Stratum corneum)

Die Zellen der Epidermis

Zelle

Funktion

Keratinozyten/Korneozyten

(abgestorbene/abgeflachte Keratinozyten) 80-90%

Schutzwall gegen Eindringlinge

Mitwirkung beim Immunsystem

Melanozyten

Stellen Melanin her > hauteigener Lichtschutzfaktor & Hautfarbe

Langerhans-Zellen

Immunzellen (auch Fresszellen/Phagozellen genannt)

Merkel-Zellen/Merkel-Körperchen

Sinneszellen > Druckrezeptoren/Drucksensoren

 

In Bezug auf die angeborene, unspezifische Immunabwehr ist die intakte Haut mit ­ihren Schutzmechanismen eine sehr wirksame Barriere gegen Eindringlinge von außen (z. B. Mikroorganismen).

Durchdringt ein Fremdstoff trotzdem die Hautoberfläche, treten zunächst die „Hilfspolizisten“ auf den Plan. Es handelt sich hierbei um Fresszellen (Phagozyten). Phagozyten haben die Aufgabe, kleine Fremdstoffe, z. B. Krankheitserreger, zu fressen. Dazu nehmen sie den Fremdkörper in das Zellinnere auf und bauen ihn dann ab.

Diese direkte Abwehr durch das Auffressen von Fremdkörpern reicht aber in der Regel nicht aus, um eine Infektion zu bekämpfen. Die Phagozyten der Epidermis nennt man auch Langerhans-Zellen.

Langerhans-Zellen und andere Zellen der Haut senden über Botenstoffe, die sie freisetzen, Signale an andere Zellen aus, die sich dann an der Abwehrreaktion beteiligen.

Die Zellen der Epidermis im Detail

Die wichtigste Schutzfunktion gegen chemische und physikalische Einflüsse übernimmt die Oberhaut (Epidermis). Sie ist ein sich ständig erneuerndes Gewebe, das aus mehreren Zellschichten besteht. Da die Epidermis einem hohen Verschleiß ausgesetzt ist, werden von der untersten Zellschicht ständig neue Zellen gebildet. Die Zellen verhornen im Verlauf ihrer Wanderung durch die Epidermis nach und nach, bis sie zuletzt als kernlose Hornplättchen unmerklich von der Hautoberfläche abgeschilfert werden. Dieser Prozess, beginnend mit der Zellteilung bis zur Abschilferung dauert etwa vier Wochen.

Man unterscheidet von unten nach oben Zellschichten der Epidermis, deren Schichtung Ausdruck der unterschiedlichen Aufgaben ist, die sie wahrnehmen. Diese sind die Keimschicht, die Stachelzellschicht, die Körnerzellschicht und die Hornschicht. In der innersten Keimschicht (Stratum basale) finden die Zellteilungen statt. Die hier gebildeten Zellen, die Keratinozyten, werden durch ständig neu gebildete Zellen in die darüberliegenden Zellschichten geschoben. 

In der Stachelzellschicht (Stratum spinosum) werden die Keratinozyten der oberen Zelllagen durch biochemische Regulationsprozesse bereits langsam flacher und nehmen ein stacheliges Aussehen an. In der Körnerzellschicht (Stratum granulosum) sind in den Zellen unter dem Mikroskop Körner sichtbar. Dies sind die Vorläufer der Hornschichtlipide.In dieser Schicht werden die Zellen flacher und die ­Zellkerne abgebaut. Von den Zellen wird eine zementartige Fettsubstanz (Hornschichtlipide) in die Zellzwischenräume freigesetzt. Diese ist für die Barriere­funk­tion der Epidermis von großer Bedeutung.

Die Hornschicht (Stratum corneum) ist die äußerste Zellschicht und deshalb als erste schädigenden Umwelteinflüssen ausgesetzt. Ihre volle Funktionsfähigkeit ist deshalb von größter Bedeutung für die Gesunderhaltung der Haut. Die Zellen, die im Stratum basale, Stratum spinosum und Stratum granulosum als Keratinozyten bezeichnet werden, werden im Stratum corneum Korneozyten genannt. Sie sind vollständig verhornt. 

Verhornung bedeutet, dass die Zellen keinen Kern mehr aufweisen, starr und unbeweglich werden und fast vollständig mit der Hornsubstanz Keratin angefüllt sind. Sie sind in einer streng geometrischen Anordnung, ähnlich einer Ziegelsteinmauer angeordnet. Die hauteigenen Lipide (Hornschichtfette) üben die Funktion des „Mörtels in einer Ziegelsteinmauer“ aus. Diese Fixierung wird in den obersten Zelllagen langsam gelöst, sodass die Zellen in Form von Hornplättchen abgeschilfert werden können.

Die Epidermis besteht zu 90 Prozent aus Keratinozyten, die in der Hornschicht Korneozyten genannt werden. Es befinden sich jedoch noch andere Zellarten in der Oberhaut, die verschiedene Aufgaben übernehmen.

Die Melanozyten bilden das Hautpigment Melanin. Melanin kann eine rote, gelbe, braune oder schwarze Farbe haben. Melanozyten befinden sich in der Keimschicht der Epidermis und im Haarfollikel. Sie haben lange Zellausläufer, die in höhere Epidermisschichten reichen. Über diese Fortsätze geben sie Pigmente an die Keratinozyten ab. Ein Melanozyt versorgt durchschnittlich 36 Keratinozyten. Eine Aufgabe der Melanozyten bzw. der von ihnen produzierten Pigmente ist der körpereigene Lichtschutz.

Die Langerhans-Zellen werden als „Außenposten“ des Immunsystems bezeichnet. Sie befinden sich im Stratum basale und spielen z. B. bei der Entstehung allergischer Kontaktekzeme eine große Rolle. Auch diese Zellen besitzen Fortsätze, die sich in die Zellzwischenräume der Keratinozyten ausstrecken.

Die Schichten der Epidermis

Mehr zu den verschiedenen Schichten der Epidermis:

Die Epidermis spielt für dich als KosmetikerIn eine sehr wichtige Rolle. Sie stellt deine Arbeitsfläche an der KundIn dar und daher ist es sehr wichtig, dass du sie in all ihrer Vielfalt verstehst und kennst. Und genau aus diesem Grund gehen wir nochmal genauer ins Detail.

Die verschiedenen Schichten der Epidermis haben jeweils andere Aufgaben und Funktionen.

Keimschicht / Grundschicht / Basalschicht:

Die Keimschicht besteht aus der Basalzellschicht (Stratum basale) und der Stachelzellschicht (Stratum spinosum)

  • Die letzte Schicht der Haut, in der Zellteilung noch stattfindet. 
  • Hier werden ständig neue Zellen gebildet & diese werden so nach oben in die Hornschicht geschoben.
  • Während dieses Prozesses wird die Zelle flach und der Zellkern wird abgebaut.
  • Die Blut- und Nährstoffversorgung findet nur bis zum Stratum basale statt.
  • Sie ist wellenförmig angelegt & hat trotz einer hohen Elastizität auch Festigkeit.
  • Diese wellenförmige Anordnung bietet der Papillarschicht der Dermis viel Platz für die Versorgung der Keimschicht durch die Haargefäße, denn alle darüber liegenden Schichten werden nicht mehr mit “frischen” Nährstoffen versorgt, sondern versorgen sich untereinander durch Diffusion.                                               ⇒ die Versorgung findet über einen passiven Verteilungsprozess der Nährstoffe entlang eines Konzentrationsgefälles innerhalb der Zellschichten statt.

Wieso wird die Haut im Alter eigentlich schlaffer?

Je älter die Haut, desto flacher wird die Papillarschicht. Die Folgen davon:

  • die Haut wird schlechter versorgt, da weniger Platz für Haargefäße (Kapillaren) da ist
  • die feste Haut wird weicher und verschiebbarer

Vor allem durch die apparative Kosmetik haben wir KosmetikerInnen die Möglichkeit, diesen Prozess zu verlangsamen oder auch zurückzuführen in einen früheren Zustand.

 

Stachelzellschicht

In der Stachelzellschicht werden die Zellen langsam durch biochemische Regulationsprozesse flacher und nehmen ein stacheliges Aussehen an. Daher auch der Name.

 

Körnerschicht

In der Körnerschicht (Stratum Granulosum) werden die Keratinozyten noch flacher und unter dem Mikroskop sind Körner sichtbar. Diese Körner entstehen im Abbauprozess der Zellkerne und sie sind die Basis für die Hornschichtlipide. Diese zementartige Fettsubstanz setzt sich zwischen den Zellzwischenräumen ab und spielt eine wichtige Rolle für die Barrierefunktion der Epidermis.

 

Hornschicht

Die oberste Schicht der Epidermis ist das Stratum Corneum oder die Hornschicht. Diese Schicht ist die äußerste Schutzschicht der Haut und daher ist es besonders wichtig, dass sie gesund ist und bleibt.

Die Hornschicht wird nochmal unterteilt in

  • Stratum Conjunktum: zusammenhängende Hornschuppen
  • Stratum Disjunktum: sich ablösende Hornschuppen

Diese Schicht ist schon vollständig verhornt, das bedeutet, dass die Zellen keinen Zellkern mehr haben. Nun nennt man die Zellen nicht mehr Keratinozyten, sondern Korneozyten.

Der Prozess von Neubildung eines Keratinozyten bis zum Abfallen von der Disjunktionslinie dauert bei junger Haut ca. 28 Tage.

 

Die Schichten der Epidermis 

Korneozyten und Keratinozyten:

In der Basalschicht werden aus den epidermalen Stammzellen in der Nacht neue Zellen gebildet. Die Qualität dieser Keratinozyten ist abhängig davon,

  • wie die Haut von innen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird,
  • wie die Haut von außen z.B. durch Kosmetik oder apparative Kosmetik beeinflusst wird.

Die neu gebildeten Zellen durchwandern die Stachelzellschicht in die Körnerschicht ⇒ Umwandlung von lebender Zelle mit Zellkern zur verhornten Zelle ohne Zellkern.

In diesem Prozess packt die Zelle ab der Körnerschicht “Pakete”, in die sie Fette hineinsetzt, die sie dann aus der Zelle herausschiebt. Diese Fette werden in der Hornschicht zur Kitt-Substanz, die die einzelnen Zellen wie Mörtel zusammenhält.  Die restlichen festen Bestandteile werden in der Zelle zusammengehalten, die dann im Stratum Disjunktum die toten Hornschuppen bilden.

„Bildhaft gesprochen könnt ihr euch das so vorstellen: Aus der Basalmembran heraus in die Stachelzellschicht ist die Zelle eine italienische Tafelweintraube. Fest und prall gefüllt. Je älter sie wird, desto mehr verwandelt sie sich in eine verschrumpelte Rosine ohne Wasser oder Fette.

Du siehst, die Versorgung der Epidermis ist maßgeblich von ihrer Versorgung von innen abhängig. Also auch davon, wie sie von der darunter liegenden Lederhaut und Durchblutungssituation durch die Kapillare vorsorgt wird.

 

Die Schichten der Epidermis 

Melanozyten:

  • Zellen, die sich in der Keimschicht befinden
  • Bilden Melanin → Bestandteil der Haut-, Augen- und Haarfarbe, kann eine gelblich-rote (Phäomelanin) oder als Eumelanin eine bräunlich-schwarze Farbe haben.

Beim Albinismus liegt eine Störung der Biosynthese des Melanins vor.

  • Melanozyten sind regelmäßig auf der Keimschicht verteilt und eine solche Zelle versorgt durch ihre Zellausläufer bis zu 36 Keratinozyten mit dem produzierten Melanin, um den Körper mit Lichtschutz zu versorgen.
  • Die genetische Disposition legt die natürliche Aktivität der Melanozyten fest. Durch UV-Einstrahlung können diese jedoch auch aktiviert werden und den natürlichen Bräunungsgrad der Haut mit beeinflussen.
  • Zusätzlich können aber auch andere Faktoren Melanozyten dazu anregen mehr Pigmente zu produzieren. Das können zum Beispiel Hormone sein. Verletzungen der Haut mit folgender UV-Einstrahlung oder auch scharfe (zu starke) IPL-, Laser- oder Fruchtsäure-Behandlungen in Kombination mit UV-Einstrahlung können auch Auslöser für vermehrte Pigmentierung sein.

 

Langerhans-Zellen:

  • Sind die “Außenposten” des Immunsystems
  • Befinden sich auch im Stratum Spinosum
  • Wie die Melanozyten, haben auch diese Phagozellen Fortsätze, die in die Zellzwischenräume der Keratinozyten ragen
  • Sie spielen eine wichtige Rolle bei allergischen Kontaktekzemen

Merkel-Zellen:

  • Sinneszellen, die in der Basalzellschicht als Druckrezeptoren wirken
  • Sie sind dafür mitverantwortlich, dass wir Druck auf der Haut spüren können

Die Hornschicht und ihre Aufgaben

Die Hornschicht und ihre Aufgaben

Die Fette auf der Hautoberfläche setzen sich zu einem größeren Anteil aus dem von den Talgdrüsen produzierten Talg und zu einem kleineren Anteil aus den bei der Verhornung aus den Keratinozyten freigesetzten Fetten (den Hornfetten) zusammen. Wird die Haut entfettet, kann dies zum erhöhten Wasserverlust und zur Austrocknung der Haut führen.

Die Barrierefunktion der Hornschicht kann zwar viele schädigende Einflüsse abwehren – sie hat aber auch physiologische Lücken. Diese Lücken sind notwendig, um einen minimalen Flüssigkeits- und Stoffaustausch zwischen Organismus und Umwelt zu gewährleisten. Durch diese Lücken wird es jedoch möglich, dass auch schädigende Stoffe von außen in die Haut eindringen können.

Die Hornschicht hält als mechanische Barriere die gröbsten Schädigungen durch äußere Einflüsse ab. Dass die Haut in ihrer Struktur so schnell nicht geschädigt wird und die einzelnen Schichten, z. B. bei Zug oder Stoß, miteinander verhaftet bleiben, liegt u. a. an der zapfenförmigen Verzahnung von Epidermis und Corium. Diese Retezapfen werden auch Papillen oder Papillarkörper genannt. Die Ausprägung dieser Verzapfung ist für das typische Hautrelief verantwortlich und wird im Alter langsam flacher. Eine weitere Milderung von mechanischen Einflüssen ist durch den Aufbau des Bindegewebes, des Coriums, gesichert. Ein wichtiges Polster gegen mechanische Einflüsse ist zudem das Unterhautfettgewebe. 

Eine weitere wichtige Aufgabe der Haut ist der Strahlenschutz. Verschiedene Schutzsysteme mildern die schädigenden Einflüsse von UV-Licht.Eine Hornschichtverdickung (Lichtschwiele) trägt wesentlich dazu bei, dass schädigende Strahlen schon von der Hornschicht reflektiert und absorbiert werden. Dadurch können die Strahlen nicht in tiefere Hautschichten gelangen. Außerdem werden bei der Sofortpigmentierung – also unmittelbar nach dem Sonnenbad – farblose Melaninvorstufen in braunes Melanin umgewandelt. 

Bei der Spätpigmentierung– diese setzt erst etwa einen Tag nach dem Sonnenbad ein – wird von den Melanozyten neues Melanin gebildet und an die Keratinozyten abgegeben. Diese dunklen Pigmente absorbieren ebenfalls einen großen Teil der Strahlung, um die lebenden Zellen und insbesondere die Zellkerne mit dem Erbgut zu schützen. Die Haut produziert aus Aminosäuren außerdem eine körpereigene Lichtschutzfiltersubstanz, die Urocaninsäure, die sich im Wasser-Fett-Film auf der Hautoberfläche befindet.

Die Fette auf der Hautoberfläche setzen sich zu einem größeren Anteil aus dem von den Talgdrüsen produzierten Talg und zu einem kleineren Anteil aus den bei der Verhornung aus den Keratinozyten freigesetzten Fetten (den Hornfetten) zusammen. Wird die Haut entfettet, kann dies zum erhöhten Wasserverlust und zur Austrocknung der Haut führen.

Die Barrierefunktion der Hornschicht kann zwar viele schädigende Einflüsse abwehren – sie hat aber auch physiologische Lücken. Diese Lücken sind notwendig, um einen minimalen Flüssigkeits- und Stoffaustausch zwischen Organismus und Umwelt zu gewährleisten. Durch diese Lücken wird es jedoch möglich, dass auch schädigende Stoffe von außen in die Haut eindringen können.

 

Die Hornschicht hält als mechanische Barriere die gröbsten Schädigungen durch äußere Einflüsse ab. Dass die Haut in ihrer Struktur so schnell nicht geschädigt wird und die einzelnen Schichten, z. B. bei Zug oder Stoß, miteinander verhaftet bleiben, liegt u. a. an der zapfenförmigen Verzahnung von Epidermis und Corium. Diese Retezapfen werden auch Papillen oder Papillarkörper genannt. Die Ausprägung dieser Verzapfung ist für das typische Hautrelief verantwortlich und wird im Alter langsam flacher. Eine weitere Milderung von mechanischen Einflüssen ist durch den Aufbau des Bindegewebes, des Coriums, gesichert. Ein wichtiges Polster gegen mechanische Einflüsse ist zudem das Unterhautfettgewebe. 

 

Eine weitere wichtige Aufgabe der Haut ist der Strahlenschutz. Verschiedene Schutzsysteme mildern die schädigenden Einflüsse von UV-Licht.Eine Hornschichtverdickung (Lichtschwiele) trägt wesentlich dazu bei, dass schädigende Strahlen schon von der Hornschicht reflektiert und absorbiert werden. Dadurch können die Strahlen nicht in tiefere Hautschichten gelangen. Außerdem werden bei der Sofortpigmentierung – also unmittelbar nach dem Sonnenbad – farblose Melaninvorstufen in braunes Melanin umgewandelt. 

 

Bei der Spätpigmentierung– diese setzt erst etwa einen Tag nach dem Sonnenbad ein – wird von den Melanozyten neues Melanin gebildet und an die Keratinozyten abgegeben. Diese dunklen Pigmente absorbieren ebenfalls einen großen Teil der Strahlung, um die lebenden Zellen und insbesondere die Zellkerne mit dem Erbgut zu schützen. Die Haut produziert aus Aminosäuren außerdem eine körpereigene Lichtschutzfiltersubstanz, die Urocaninsäure, die sich im Wasser-Fett-Film auf der Hautoberfläche befindet.

Die Fette auf der Hautoberfläche setzen sich zu einem größeren Anteil aus dem von den Talgdrüsen produzierten Talg und zu einem kleineren Anteil aus den bei der Verhornung aus den Keratinozyten freigesetzten Fetten (den Hornfetten) zusammen. Wird die Haut entfettet, kann dies zum erhöhten Wasserverlust und zur Austrocknung der Haut führen.

Die Barrierefunktion der Hornschicht kann zwar viele schädigende Einflüsse abwehren – sie hat aber auch physiologische Lücken. Diese Lücken sind notwendig, um einen minimalen Flüssigkeits- und Stoffaustausch zwischen Organismus und Umwelt zu gewährleisten. Durch diese Lücken wird es jedoch möglich, dass auch schädigende Stoffe von außen in die Haut eindringen können.

Die Hornschicht hält als mechanische Barriere die gröbsten Schädigungen durch äußere Einflüsse ab. Dass die Haut in ihrer Struktur so schnell nicht geschädigt wird und die einzelnen Schichten, z. B. bei Zug oder Stoß, miteinander verhaftet bleiben, liegt u. a. an der zapfenförmigen Verzahnung von Epidermis und Corium. Diese Retezapfen werden auch Papillen oder Papillarkörper genannt. Die Ausprägung dieser Verzapfung ist für das typische Hautrelief verantwortlich und wird im Alter langsam flacher. Eine weitere Milderung von mechanischen Einflüssen ist durch den Aufbau des Bindegewebes, des Coriums, gesichert. Ein wichtiges Polster gegen mechanische Einflüsse ist zudem das Unterhautfettgewebe. 

Eine weitere wichtige Aufgabe der Haut ist der Strahlenschutz. Verschiedene Schutzsysteme mildern die schädigenden Einflüsse von UV-Licht.Eine Hornschichtverdickung (Lichtschwiele) trägt wesentlich dazu bei, dass schädigende Strahlen schon von der Hornschicht reflektiert und absorbiert werden. Dadurch können die Strahlen nicht in tiefere Hautschichten gelangen. Außerdem werden bei der Sofortpigmentierung – also unmittelbar nach dem Sonnenbad – farblose Melaninvorstufen in braunes Melanin umgewandelt. 

 

Bei der Spätpigmentierung– diese setzt erst etwa einen Tag nach dem Sonnenbad ein – wird von den Melanozyten neues Melanin gebildet und an die Keratinozyten abgegeben. Diese dunklen Pigmente absorbieren ebenfalls einen großen Teil der Strahlung, um die lebenden Zellen und insbesondere die Zellkerne mit dem Erbgut zu schützen. Die Haut produziert aus Aminosäuren außerdem eine körpereigene Lichtschutzfiltersubstanz, die Urocaninsäure, die sich im Wasser-Fett-Film auf der Hautoberfläche befindet.

Die Dermis

Allgemeines zur Dermis

Durch die Basalmembran wird die Epidermis von der Dermis getrennt und an dieser Stelle findet auch die Versorgung der Haut mit Nährstoffen statt. Im Wesentlichen wird die Haut durch zwei Blutgefäßnetze versorgt:

  • Das tiefere Gefäßsystem – liegt zwischen Corium und Subcutis
  • Das obere Gefäßsystem – liegt in der Papillarschicht des Corium (Kapillare/ Haargefäße)

Das obere Gefäßsystem ist im Alter nicht mehr so stark ausgeprägt und somit nimmt auch die Versorgung der Haut ab.

Die Lederhaut (das Corium) besteht aus dichtem Bindegewebe. Sie ist durch die Basalmembranmit der darüberliegenden Epidermis durch zapfenartige Kollagenfaserschleifen, den Bindegewebspapillen, verbunden. Die Lederhaut ist je nach Beanspruchung etwa 0,3 – 2,4 mm dick. Die zarte Haut unter dem Auge ist dünner und mit flacheren Papillen mit der Epidermis verzahnt als die stark beanspruchte Haut an den Ellenbeugen. Unterhalb der Basalmembran verlaufen zahlreiche feinste Blut- und Lymphgefäße, die die Oberhaut (Epidermis) mit Nährstoffen versorgen und den Abtransport von Schadstoffen übernehmen. 

Man unterteilt das Corium noch einmal in zwei Schichten:

Das feinfaserige Stratum papillare (Stratum = lat. Schicht, Lage) ist mit der Epidermis verzapft und besteht aus elastischen und kollagenen ­Fasern. Die Bindegewebsfasern sind hier locker gewebt. In sie eingebettet finden sich die Blut- und Lymphkapillaren sowie feine Nervenendigungen.

Die darunterliegende Schicht, die an die Subcutis grenzt, wird Stratum reticulare (Reticulum = lat. kleines Netz) genannt. Diese enthält größere Nerven- und Blutgefäße sowie Schweißdrüsen und Haarfollikel.

Das Corium mit seinen kollagenen und elastischen Bindegewebsfasern ist für die Festigkeit und die Belastbarkeit der Haut durch mechanische Einwirkungen (z. B. Stoß, Zug und Schub) verantwortlich. Die Bindegewebsfasern werden von bestimmten Zellen hergestellt: 

Die Fibroblasten, auch einfach Bindegewebszellen genannt, produzieren faserige Kollagene (Collagene). Dies sind Gerüstproteine des Coriums. Sie weisen eine gewisse Biegsamkeit auf, dehnen kann man sie allerdings nicht. Das einmal synthetisierte Kollagennetzwerk des Coriums wird im Gegensatz zu dem Gewebe der Epidermis nur sehr langsam wieder abgebaut und erneuert. 

Ein anderes Gerüstprotein der Dermis ist das Elastin, aus dem die elastischen Fasern bestehen. Das Elastin ist, wie der Name andeutet, sehr elastisch und sehr stark dehnbar. Die elastischen Fasern umgeben die kollagenen Fasern und gewährleisten so die Dehnbarkeit und Reißfestigkeit der Haut.

Neben diesen beiden Faserarten aus Kollagen und Elastin gibt es noch andere Gerüstproteine, die z. B. für die Haftung von Zellen an den Fasersträngen des Bindegewebes aus kollagenen und elastischen Fasern sorgen. 

In das Kollagennetzwerk sind eine Reihe von weiteren Zellen eingelagert. Dazu zählen neben den Fibroblasten, die das Kollagen und Elastin produzieren, u. a. die Mastzellen, Histiozyten und Nervenzellen. Mastzellen produzieren Histamin und andere Botenstoffe, die in der Mastzelle eingelagert werden. Sie werden bei bestimmten Entzündungsreaktionen freigesetzt. Histamin ist dann z. B. für die Auslösung des Juckreizes und zum Teil für die Weitstellung der Gefäße verantwortlich. 

Histiozyten– sogenannte „wandernde Bindegewebszellen“ – können Fremdkörper phagozytieren
(= einen Fremdstoff in die Zelle aufnehmen, „fressen“) und speichern. Das Corium enthält darüber ­hinaus eine ganze Reihe von Nervenzellen bzw. Nervenendigungen, die über ein feines Fasergeflecht ihrer Zellausläufer die Tast-, Temperatur- und Schmerzreize vermitteln. Sie sorgen zudem für die vegetative Versorgung von Gefäßen, Haarpapillen und Drüsen. Freie Nervenendigungen reichen bis in die Epidermis. Als besonders ausgeprägte Sinneszellen sind die Meissnerschen Tastkörperchen sowie die auf Druck reagierenden Vater-Pacini-Körperchen im tiefen Corium hervorzuheben. Beide kommen an den Handinnenflächen und Fußsohlen besonders zahlreich vor.

Die zwischen die Maschen des Gerüstproteinnetzes eingelagerten Zellen und Nervenfasern füllen die Hohlräume des Netzes nur zu einem ganz geringen Teil aus. Hauptfüllsubstanz ist ein stark wasserbindendes Gel. Dieses Gel besteht aus Protein- und ­Zuckermolekülen, die ein Vielfaches ihres eigenen Gewichts an Wasser binden können. Diese extreme Wasserbindungsfähigkeit füllt und spannt das Kollagennetz. Die Haut wirkt prall, glatt und jugendlich. Die Wasserbindungsfähigkeit lässt jedoch mit der Hautalterungnach. Der Flüssigkeitsgehalt des Gewebes bedingt einen Spannungszustand (Turgor). Der Tonus ist dagegen der (An-)Spannungszustand, z. B. von Muskeln, Gefäßen oder Nerven. Aussehen und Beschaffenheit der Haut werden entscheidend von diesen beiden Faktoren mitbestimmt.

Zellen der Dermis

Die Zellen der Dermis und ihre Funktion:

Zellen der Dermis

Funktion

Fibroblasten / Fibrozyten / Bindegewebszellen

Hauptzellen → Produzieren faseriges Kollagen.

Mastzellen

Produzieren Botenstoffe, die bei Entzündungsreaktionen freigesetzt werden.

Histiozyten / Immunzellen

Fresszellen, die durch das Gewebe wandern und Fremdkörper phagozytieren (“fressen”).

Nervenzellen

Übermitteln Tast-, Temperatur- und Schmerzreize.

Keine Zellen, aber Rezeptoren der Dermis:

Ruffini-Körperchen & Krause-Körperchen

Beides sind Mechanorezeptoren, die auf Druck oder Dehnung reagieren.

Schichten der Dermis

Die Schichten der Lederhaut

Wie die Oberhaut (Epidermis) hat auch die Lederhaut (Dermis) ihre eigenen Schichten.

  • GLYCO = Kohlenhydrate
  • AMINO = Eiweiß
  • GLYCANE = Zucker (Zucker ist feuchtigkeitsspendend und klebrig)

Die Lederhaut (das Corium) besteht aus dichtem Bindegewebe. Sie ist über die Basalmembran mit der darüber liegenden Epidermis durch kegelförmige Kollagenfaserschlingen, den Bindegewebspapillen, verbunden. Die Dermis ist je nach Beanspruchung etwa 0,3 – 2,4 mm dick. Die zarte Haut unter den Augen ist dünner und mit flacheren Papillen mit der Epidermis verzahnt als die stark beanspruchte Haut an den Ellenbogen. Unter der Basalmembran verlaufen zahlreiche sehr feine Blut- und Lymphgefäße, die die Epidermis mit Nährstoffen versorgen und Schadstoffe abtransportieren.    

Die Lederhaut ist weiter in zwei Schichten unterteilt: das feinfaserige Stratum papillare (stratum = lat. Schicht, Lage), das mit der Epidermis verbunden ist und aus elastischen und kollagenen Fasern besteht. Die Bindegewebsfasern sind hier locker gewebt. In sie eingebettet sind die Blut- und Lymphkapillaren sowie feine Nervenenden. Die darunter liegende Schicht, die an die Unterhaut grenzt, wird als Stratum reticulare (reticulum = lat. kleines Netz) bezeichnet. Hier befinden sich größere Nerven- und Blutgefäße sowie Schweißdrüsen und Haarfollikel.

Die Lederhaut mit ihren kollagenen und elastischen Bindegewebsfasern ist für die Festigkeit und Elastizität der Haut gegenüber mechanischen Einflüssen (z. B. Stoß, Zug und Scherung) verantwortlich. Die Bindegewebsfasern werden von bestimmten Zellen gebildet:

Die Fibroblasten, auch einfach Bindegewebszellen genannt, produzieren faserige Kollagene. Dies sind Gerüstproteine der Lederhaut. Sie haben eine gewisse Flexibilität, lassen sich aber nicht dehnen. Im Gegensatz zum Gewebe der Epidermis wird das Kollagennetz der Lederhaut, nachdem es einmal synthetisiert wurde, nur sehr langsam abgebaut und erneuert.

Ein weiteres Gerüstprotein der Dermis ist das Elastin, das die elastischen Fasern bildet. Wie der Name schon sagt, ist Elastin sehr elastisch und sehr dehnbar. Die elastischen Fasern umgeben die Kollagenfasern und sorgen so für die Elastizität und Reißfestigkeit der Haut.

Neben diesen beiden Fasertypen aus Kollagen und Elastin gibt es noch weitere Gerüstproteine, die z. B. die Anhaftung von Zellen an den Fasersträngen des Bindegewebes aus Kollagen und elastischen Fasern gewährleisten.

In das kollagene Netzwerk ist eine Reihe weiterer Zellen eingebettet. Neben den Fibroblasten, die Kollagen und Elastin produzieren, sind dies die Mastzellen, Histiozyten und Nervenzellen. Mastzellen produzieren Histamin und andere Botenstoffe, die in der Mastzelle gespeichert werden. Sie werden bei bestimmten Entzündungsreaktionen freigesetzt. Histamin ist dann z. B. für die Auslösung des Juckreizes und teilweise für die Erweiterung der Gefäße verantwortlich.

Histiozyten – sogenannte „wandernde Bindegewebszellen“ – können Fremdkörper phagozytieren

(= einen Fremdkörper in die Zelle aufnehmen, „fressen“) und einlagern. Die Lederhaut enthält auch eine ganze Reihe von Nervenzellen bzw. Nervenendigungen, die über ein feines Fasernetz ihrer Zellfortsätze die Tast-, Temperatur- und Schmerzreize weiterleiten. Sie stellen auch die vegetative Versorgung von Blutgefäßen, Haarpapillen und Drüsen sicher. Freie Nervenendigungen reichen bis in die Epidermis. Besonders ausgeprägte Sinneszellen in der tiefen Lederhaut sind die Meissnerschen Tastkörperchen und die Vater-Pacini-Körperchen, die auf Druck reagieren. Beide kommen an den Handflächen und Fußsohlen besonders zahlreich vor.

Die zwischen den Maschen des Gerüstprotein-Netzwerks eingebetteten Zellen und Nervenfasern füllen die Hohlräume des Netzwerks nur zu einem sehr geringen Teil aus. Die Hauptfüllsubstanz ist ein stark wasserbindendes Gel.

Die Haut besteht im Wesentlichen aus zwei Gefäßnetzen, die mit Blut versorgt werden: Das tiefere Gefäßsystem befindet sich an der Grenze zwischen Lederhaut und Unterhaut (tiefes Netz). Das obere Gefäßsystem liegt in der Papillarschicht der Lederhaut (oberflächliches Netz). Beide Systeme sind durch vertikale Verbindungsgefäße miteinander verbunden. Arterien bringen Nährstoffe und Sauerstoff in das Bindegewebe der Haut. Der Abtransport von Stoffwechselprodukten erfolgt über die Venen und teilweise auch über die Lymphgefäße. Das obere System hat sehr feine Kapillaren (Blutgefäße), die auch der Versorgung der gefäßlosen Epidermis dienen. Das Lymphsystem ist ein eigenes „Schlauchsystem“ zur Ableitung von Gewebewasser.

Alle menschlichen Bewegungen werden mit Hilfe der Muskeln ausgeführt. Die Muskeln bestehen aus länglichen, kontrahierbaren Zellen, den Muskelfasern. Die Muskeln, die unserem Willen unterworfen sind, werden als willkürliche Muskeln oder quergestreifte Muskeln bezeichnet. Die Muskeln, die sich ohne unseren Willen bewegen, werden dagegen als unwillkürliche Muskeln oder glatte Muskeln bezeichnet. Die quergestreiften, willkürlichen Muskeln finden sich jedoch nur in der Haut von Gesicht und Hals und bestimmen unsere Mimik.

Ein unwillkürlicher Muskel der Lederhaut ist der Musculus arrector pili (Haarfollikelmuskel, Haarglättungsmuskel). Jedes Haar hat seinen eigenen Muskel, der an der äußeren Wurzelscheide verankert ist. Beim Menschen erfüllen diese Haarfollikelmuskeln keine wichtige Funktion mehr. Bei Kälte, Angst oder Ekel ziehen sie sich zusammen und stellen die Haare auf. Es kommt zu einer „Gänsehaut“. Sie drücken auf die Talgdrüsen. Durch das „Herausdrücken“ der Talgdrüsen ist die Haut fettig und wärmeisoliert.

Die Schichten der Lederhaut 

  1. Papillarschicht
  • Sie sind wie ein Pflock mit der Dermis verbunden.
  • Diese Kegel werden auch Bindegewebspapillen oder dermale Papillen genannt.
  • Diese kegelförmige Form gibt der Dermis viel mehr Platz, um die Epidermis zu ernähren, und mehr „Oberfläche“ für die Aufnahme von Zellen und Gefäßbahnen. In jungen Jahren ist die Papillarschicht ausgeprägter und wellenförmig.
  • Mit zunehmendem Alter werden diese Wellen flacher und sie wird beweglicher und lockerer.
  1. Retikuläre Schicht

Die Dermis besteht hauptsächlich aus

  • dichtem,
  • elastischen und
  • faserigen Bindegewebe.
  • Das macht sie sehr reiß- und stoßfest, sehr dehnbar und elastisch.
  • Diese Bindegewebsfasern (Kollagen) werden von den Fibroblasten (Bindegewebszellen) produziert.
  • Kollagene (griechisch colla = Leim) und Elastine sind die Gerüstproteine der Dermis mit unterschiedlichen Eigenschaften.
  • Das Kollagen ist sehr
  • flexibel,
  • stabil und
  • stark (wie ein Telefonkabel).

Das Elastin ist

  • elastisch und
  • sehr dehnbar (wie ein Gummiband).
  • Die Elastinfasern verändern sich im Laufe des Alterungsprozesses.

Einmal gebildet, wird Kollagen nur sehr langsam abgebaut. Kollagen wird nur in besonderen Situationen abgebaut oder aufgebaut, z. B. bei der Wundheilung oder nach einer Geburt.

Die Vernetzung nimmt jedoch mit dem Alter zu ⇒ das Kollagen wird starrer und spröder.

Die Struktur dieses Proteins kann auch durch schädliche Kräfte wie UV-Strahlung und Nikotin zerstört oder beschädigt werden ⇒ die Fasern verlieren an Festigkeit.

Kollagen hat eine sehr hohe Wasserbindungskapazität, und je mehr Wasser sich in der Netzschicht befindet, desto „geschmeidiger“ bleibt sie. An dieser Stelle spielt der transepidermale Wasserverlust eine wichtige Rolle, denn je mehr Wasser dabei verloren geht, desto schneller „trocknet“ die Dermis aus. Je älter die Haut ist, desto brüchiger ist sie. Sie hat weniger Kollagenfasern und ist daher trockener.

Die Lederhaut ist weiter in zwei Schichten unterteilt: das feinfaserige Stratum papillare (stratum = lat. Schicht, Lage), das mit der Epidermis verbunden ist und aus elastischen und kollagenen Fasern besteht. Die Bindegewebsfasern sind hier locker gewebt. In sie eingebettet sind die Blut- und Lymphkapillaren sowie feine Nervenenden. Die darunter liegende Schicht, die an die Unterhaut grenzt, wird als Stratum reticulare (reticulum = lat. kleines Netz) bezeichnet. Hier befinden sich größere Nerven- und Blutgefäße sowie Schweißdrüsen und Haarfollikel.

 3 Natürlicher Feuchthaltefaktor

Neben einer epidermalen Schutzschicht und dem Hydrolipidmantel, sind die Feuchthaltefaktoren des „Natural Moisturizing Factors“ (NMF) besonders wichtig für eine gesunde Haut. Dieser besteht aus einer Mischung hydrophiler (wasserliebender) Substanzen mit starkem Wasserbindungsvermögen, die die Hautdurchfeuchtung regulieren. Dazu gehören beispielsweise Aminosäuren und Peptide, die unter anderem durch den Verhornungsprozess in der Haut entstehen. Auch Pyrrolidoncarbonsäure (PCA), Harnstoff (Urea) sowie einige andere Stoffe sind enthalten. Mangelt es der Haut an NMF, und/oder ist die epidermale Barriere gestört – etwa bei Menschen mit Neurodermitis, falsche Kosmetika, oder im Zuge der natürlichen Hautalterung – trocknet die Haut aus, spannt und wird schuppig.

Die Lipide der Hautoberfläche

Unter den Hautoberflächenlipiden faßt man die epidermalen Lipide und die Lipide aus dem Talgdrüsensekret – wichtig für den Hydrolipidfilm – zusammen. Verschiedene Fettsäuren, die insbesondere aus dem Sebum (Talg) stammen und nur auf der Hautoberfläche vorkommen, verleihen dem lipophilen Anteil des Hydrolipidfilms eine antibakterielle und fungizide Wirkung. 

Als extraglanduläres oder transepidermales Wasser bezeichnet man solches, welches durch Diffusion (Wärmebewegung) an die Hautoberfläche gelangt  

Die Lipide der Hautoberfläche Unter den Hautoberflächenlipiden faßt man die epidermalen Lipide und die Lipide aus dem Talgdrüsensekret – wichtig für den Hydrolipidfilm – zusammen. 

Verschiedene Fettsäuren, die insbesondere aus dem Sebum (Talg) stammen und nur auf der Hautoberfläche vorkommen, verleihen dem lipophilen Anteil des Hydrolipidfilms eine antibakterielle und fungizide Wirkung.

Wasserbindender Harnstoff zwischen den Membranen der Hornzellen

Als extraglanduläres oder transepidermales Wasser bezeichnet man solches, welches durch Diffusion (Wärmebewegung) an die Hautoberfläche gelangt.

Aufgaben der Dermis

Eigenschaften der Dermis

Hyaluronsäure

Die bekannteste Polysaccharid-Verbindung ist Hyaluronsäure. Sie hat, wie Kollagen, eine sehr hohe Wasserbindungsfähigkeit. Das führt dazu, dass die Cutis der größte Wasserspeicher unseres Körpers ist. Den Wasserspannungszustand der Haut nennt man Turgor

Im Alter nimmt der Hyaluronspiegel natürlicherweise ab. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als Verzuckerung. Mit apparativer Kosmetik kann man durch die Einschleusung von niedermolekularen Wirkstoffen auch diesen Prozess verlangsamen.

Eigenschaften der Dermis:

Durch die festen und elastischen Arten von Bindegewebe ist die Lederhaut sehr belastbar und sowohl zug-, schub- als auch stoßunempfindlich.

Im Alter lässt die Produktion von Elastin und Kollagen nach und dadurch wird die Haut unelastischer.

Drüsen

In der Dermis befinden sich neben dem Bindegewebe eine Vielzahl weiterer Zellen und Drüsen:

  • Schmerzrezeptoren
  • Druckrezeptoren
  • Kälte- und Wärmerezeptoren
  • Talgdrüsen
  • Lymph- und Blutgefäße
  • Unwillkürlicher Muskel (auch glatter Muskel genannt). Das ist der sogenannte Haarbalgmuskel oder Haaraufrichtmuskel (lat. Musculus arrector pili). Jedes Haar hat einen solchen Muskel, der sich bei Kälte, Furcht oder Ekel aufrichtet, wodurch das Haar aufgestellt wird, das Phänomen der Gänsehaut hervorruft und dabei auf die Talgdrüsen drückt.

Aufgaben der Dermis

Aufgaben der Dermis:

  • Ver- und Entsorgung der Oberhaut mit Nährstoffen durch Diffusion.
  • Auch die Dermis altert
  • Die Dermis ist vom Hautalterungsprozess stark betroffen und bedarf daher bei Anti-Aging-Behandlungen besonderer Aufmerksamkeit.

Subcutis

Aufgaben der Subcutis

Subcutis / Hypodermis / Unterhaut

Die Hypodermis besteht aus lockerem Bindegewebe in welchen Fettzellen (Adipozyten), Blutgefäße und Nerven eingebettet sind. Sie schließt sich ohne scharfe Abgrenzung an die Dermis an und ihre Aufgabe ist vor allem, den darunter liegenden Organen als Schutz vor Druck oder Stoß zu dienen. Gleichzeitig ist die Subcutis der “Speicher für schlechte Zeiten” und Wärmeisolator des Körpers. Eine Füllung der Fettzellen kann auch zu Cellulite führen. Adipozyten sind mit Lipiden gefüllt.

Aufgaben:

  • Speicherfunktion für Nährstoffe
  • Polsterfunktion
  • Stoß- und Druckpuffer
  • Wärmeisolierung
  • am Energiestoffwechsel beteiligt
  • Hormonproduktion

 

Was ist Adipositas?

Adipositas ist eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes (auch Fettleibigkeit oder Fettsucht genannt), mit einer starken Füllung der Adipozyten.

Zellen, Gefäße, Drüsen & Rezeptoren der Subcutis

Das Unterhautfettgewebe, die Subcutis, enthält fast den gesamten Fettanteil der Haut. Die Subcutis besteht aus lockerem Bindegewebe, in das träubchenförmige Fettzellhaufen, Blutgefäße und Nervenzellen eingebettet sind. Nach oben schließt sich die Cutis ohne scharfe Abgrenzung an. Die Subcutis schützt die darunterliegenden Organe vor Druck und Stoß.

Gleichzeitig dienen die Fetteinlagerungen der Wärmeisolierung und als Speicher für Nährstoffe, auf die in schlechten Zeiten zurückgegriffen werden kann.

Auch bei Diäten werden diese Fettzelleinlagerungen abgebaut. Die Dicke des Unterhautfettgewebes hängt demnach stark von der Ernährung ab.

Hinzu kommen anlagebedingte Faktoren wie hormonelle Einflüsse und andere Stoffwechselfaktoren. Eine Überernährung in der Kindheit führt dazu, dass übermäßig viele Fettzellen angelegt werden und lebenslänglich die Fettablagerung in dieser Hautschicht gefördert wird. Wenn Bindegewebe und Fettzellen in einem unausgewogenen Verhältnis zueinanderstehen, kommt es z. B. zur Cellulite.

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