Funktionen der Haut und ihrer Anhangsgebilde
inkl.  Haare


Bitte lese aufmerksam unseren Unterrichtsstoff und studiere diesen.

Solltest du solche Folien finden, sind das die Unterrichtskarten welche du am Ende auf deinen PC laden kannst.
Diese wichtigen Karten benötigst du für die Zwischenprüfungen, am Ende der Schulung. die kannst du auch als App nutzen.

Funktionen der Haut und ihrer Anhangs Gebilde inkl.Haare (Haarentwicklung, Haararten, Haarzyklus)

„Funktionen der Haut und ihrer Anhangsgebilde inklusive Haare“ beschäftigt sich umfassend mit dem Organ „Haut“.

Die Haut als größtes Organ des Menschen hat verschiedene Aufgabengebiete. Diese werden klar definiert und beschrieben. Zusätzlich dazu erlernst du mehr zur Haarbildung und dem Haarzyklus. Dadurch ist es in der Kundenbetreuung leichter, die passenden Behandlungsmethoden für deine Kunden zu finden.

 

Hautanhangsgebilde                              

Man hat als KosmetikerIn oft mit den Hautanhangsgebilden zu tun, sowohl beim Ausreinigen der Talgdrüsen, als auch bei der Maniküre oder der Haarentfernung. Daher ist es wichtig, dass die Struktur und Funktionsweise gut verstanden wird. Und da die NiSV ein Fachkundenachweis für die apparative Kosmetik ist, konzentrieren wir uns hier auf das Haar, die Pigmentierung und die Hauttypen.                           

Hautanhangsgebilde sind spezialisierte Strukturen, die aus den Epithelzellen der Dermis und Epidermis gebildet werden.

Hautanhangsgebilde heißen so, weil sie – wie der Name schon sagt – mit der Haut verbunden oder darin verankert sind, ohne Bestandteil der Haut zu sein, aber sie bilden eine funktionelle Einheit mit ihr. Alle Hautanhangsgebilde sind epidermalen Ursprungs, sind aber tief mit dem Corium verankert und haben eine morphologische und funktionelle Eigenständigkeit.

Hautanhangsgebilde und Hautdrüsen                                     

–       Haare
–       Nägel
–       Hautdrüsen

Hautdrüsen unterteilen sich weiter in                                   

–       Talgdrüsen
–       Schweißdrüsen
–       Milchdrüsen

Das Haar

Fakten

–       Wachstumsphasen

–       Phasen des Haares

–       Pigmentierung

–       Haar Querschnitt

–       Das Haar Aufbau und Funktion

–       Das Haar im Laufe des Lebens

 

Wachstumsphasen

–       Anagenphase / Wachstumsphase: 2-6 Jahre bei Kopfhaaren

–       Katagenphase  / Übergangsphase:  2 Wochen bei Kopfhaaren

–       Telogenphase / Ruhephase: 2-4 Monate bei Kopfhaaren

Pigmentierung


Das Hormon Testosteron ist bei Männern u.a. zuständig für das Haarwachstum und erstaunlicherweise hat dasselbe Testosteron an verschiedenen Stellen unterschiedliche Wirkungen. So kann es am Kopf dafür sorgen, dass das Haar ausfällt, während es zeitgleich an den Ohren, Augenbrauen oder Brust und Rücken dafür sorgen kann, dass es stärker wächst.

Melanin

Von Melanozyten frei gesetztes Melanin bestimmt die Haarfarbe eines Menschen. Hier unterscheidet man zwischen Eumelanin (dunkle Haare) und Phäomelanin (blonde/ rötliche Haare). Ist weder das eine noch das andere Melanin zu finden, spricht man von Albinismus. 

 

Querschnitt

Die Melanozyten bilden das Hautpigment Melanin. Melanin kann eine rote, gelbe, braune oder schwarze Farbe haben. Melanozyten befinden sich in der Keimschicht der Epidermis und im Haarfollikel. Sie haben lange Zellausläufer, die in höhere Epidermisschichten reichen. Über diese Fortsätze geben sie Pigmente an die Keratinozyten ab.

Ein Melanozyt versorgt durchschnittlich 36 Keratinozyten. Eine Aufgabe der Melanozyten bzw. der von ihnen produzierten Pigmente ist der körpereigene Lichtschutz.

„Das Haar ist ein aus Hornsubstanz bestehendes Hautanhangsgebilde; es dient der Wärmeisolierung und der Tastempfindung. Ersteres spielt heutzutage keine große Rolle mehr.

Es besteht im Groben aus zwei Teilen, dem Haarschaft und der Haarwurzel, welche durch die in der Haarpapille sitzenden Blutgefäße versorgt wird.

Die Dicke eines Haars liegt bei zwischen 0,01 – 0,12 mm je nach Körperpartie und ethnischer Herkunft.“

Das Haar Aufbau und Funktion

Eine wichtige physiologische Funktion erfüllen Haare bei Menschen heute kaum noch. In früheren Zeiten und bei Tieren hatte und hat das Haar wichtige Funktionen: Vor allem der Schutz vor Kälte, vor Sonneneinstrahlung und zur Abwehr von Insekten. Volles und kräftiges Haar ist ebenso wie eine straffe glatte Haut Ausdruck für Jugend und Schönheit.

Die KosmetikerIn ist sowohl mit der Entfernung von als störend empfundener Körperbehaarung konfrontiert als auch mit der Pflege des Kopfhaares.

Die Haare liegen im Haarfollikel (Haarbalg). Der Haarfollikel ist eine Einstülpung in die Epidermis. Die Haare selbst setzen sich aus der Haarwurzel und dem Haarschaft zusammen. Die Haarzwiebel ist der untere, etwas verdichtete Teil der in der Haut liegenden Haarwurzel. Der Haarschaft ist der Teil des Haares, der außerhalb der Haut liegt.

Die Haarzwiebel liegt direkt über der Haarpapille. Die Haarpapille ist ein Teil des Coriums, sie ist für die Produktion der Haarzellen zuständig. In der Haarpapille liegen Blutgefäße, die die Keratinozyten auf der Haarpapille mit Nährstoffen versorgen.

Die Zellschichten, die das Haar umgeben, werden innere (epidermale) und äußere (dermale, dem Corium zugehörige) Wurzelscheide genannt. Die äußere Wurzelscheide besteht aus kollagenem Gewebe. Um den Haarfollikel liegt ein dichtes Netz sensorischer Nervenfasern, die für die Aufnahme von Sinnesreizen verantwortlich sind.

In den Follikel münden außerdem eine oder mehrere Talgdrüsen. Der Talg dieser Drüsen gelangt über den Haarfollikelausgang an die Hautoberfläche. Jedem Haar (mit Ausnahme der Wimpernund Augenbrauen) steht außerdem ein Muskel, der Haaraufrichtemuskel, zur Seite.

Weil im Bereich der Haarzwiebel ständig neue Zellen durch Zellteilung produziert werden, wird das Haar nach außen geschoben. Bei diesem Vorgang verhornen die Keratinozyten immer mehr. Die Keratinozyten strecken sich spindelförmig in Längsrichtung und bilden den Cortex, auch Faserstamm genannt. Im Cortex sind die verhornenden Keratinozyten zu Fibrillen, das sind Bündel aus einzelnen Fasersträngen, angeordnet. Oberhalb der Haarzwiebel finden ebenfalls Zellteilungen statt. Diese Zellen verhornen hier jedoch zu flachen Plättchen, die sich als Schuppenschicht (Cuticula) um das entstehende Haar legen. Betrachtet man den Querschnitt eines Haares, so erscheinen Cuticula und Cortex-Fibrillen wie ein Elektrokabel.

In der Haarmitte gibt es bei dickeren Haaren noch eine weitere Substanz, die Marksubstanz oder Medulla, die aus unvollständig verhornten Zellen und Gasbläschen besteht.

Das Haar im Laufe des Lebens

Im Laufe des Lebens verändert sich das Haar und in verschiedenen Körperregionen hat es auch andere Bezeichnungen.            

Vellushaar (Wollhaar) heißt die harte Körperbehaarung. Diese Haare werden bis zur Geschlechtsreife in einigen Körperregionen wie z.B. Schambereich und Achsel ersetzt.

Lanugohaar (Flaumhaar) kommt beim Fötus und bei Neugeborenen vor. Flaumhaare sind pigmentarme Haare, die beinahe die gesamte Körperoberfläche bedecken.

Terminalhaar befindet sich im Bereich des Kopfes, der Achseln und im Schambereich. Seine Verteilung wird durch Hormone beeinflusst.

Borstenhaare findet man im Bereich von Wimpern und Augenbrauen.

Haarkrankheiten

Gründe für Haarkrankheiten können hormonell oder genetisch bedingt sein. Auch Medikamente und Stress spielen oftmals eine Rolle. Was kennst du für Haarkrankheiten?

Hirsutismus

Erkrankungen der Haare und des Haarwachstums

Zu den Erkrankungen, die die Haare betreffen, zählen der vermehrte Haarwuchs oder der verminderte Haarwuchs bis hin zum Haarausfall. Außerdem gibt es verschiedene Formen von Haarschaftanomalien.

Bei vermehrter Körperbehaarung (Hypertrichiosen) werden verschiedene Formen unterschieden, grob unterteilt man sie nach „umschriebenen Hypertrichiosen“, das heißt, das Areal der vermehrten Behaarung ist begrenzt und nach „diffusen Hypertrichiosen“, das heißt, es kann mehr oder weniger die gesamte Köperbehaarung betroffen sein. Eine umschriebene Hypertrichiose ist z. B. die Behaarung eines Pigmentnävus mit langen dunklen Haaren. Solche Haare sollten nie ausgezupft oder depiliert werden, da diese Irritation die Nävuszellen zum Wachstum anregen könnte. Wenn die KundIn eine Entfernung wünscht, können diese Haare abgeschnitten werden. Diffuse Hypertrichiosen können durch die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Antibiotika und Kortisonpräparate) verursacht werden. Die Medikamente können zum Wachstum und zu einer verstärkten Pigmentierung von sonst unauffälligen Vellushaaren führen.

Beim Hirsutismus sind z. B. Oberlippe, Kinn, Wangen, Schultern, Brust von Frauen verstärkt behaart. Man spricht von einem „männlichen Behaarungsmuster“. In den meisten Fällen lässt sich keine besondere Ursache feststellen, sicher ist, dass eine unterschiedliche Empfindlichkeit der Haarfollikel auf männliche Sexualhormone (Androgene) eine Rolle spielt. Diese unterschiedliche Empfindlichkeit ist erblich. In wenigen Fällen kann ein direkter Auslöser festgestellt werden, z. B. Eierstocktumore, die Androgene produzieren. Manchmal findet gleichzeitig mit einer verstärkten Körperbehaarung nach dem „männlichen Behaarungsmuster“ auch eine sogenannte Virilisierung (Vermännlichung) statt. Dabei kann z. B. die Stimme tiefer und der Körperbau männlicher (Verkleinerung des Busens) werden. Die Menstruation kann ausbleiben und die Kopfbehaarung spärlicher werden. Das Hauptproblem der betroffenen Frauen ist häufig ihre enorme psychische Belastung durch die als unschön empfundene Behaarung. Hier kann die KosmetikerIn wirkungsvoll eingreifen und von den verschiedenen Möglichkeiten der temporären oder dauerhaften Enthaarung Gebrauch machen.

Unter Haarschaftanomalien versteht man verschiedene Störungen, die bei der Bildung des Haarschafts aufgetreten sind und dann außerhalb des Follikels sichtbar werden. Schädigungen können jedoch auch erst nach dem Austreten des Haares aus der Kopfhaut entstehen, z. B. durch eine übermäßige Strapazierung. Solche Schäden äußern sich dann im Aufsplittern der Haare in Längsrichtung (Haarspliss). Zum Teil sind die Haarbildungsstörungen vererbt, zum Teil entstehen sie erst durch die mechanische Belastung oder falsche Behandlung der Haare. So findet man manchmal Haare, die wie eine Perlenkette abgeschnürt sind (Monilethrix), in Längsrichtung verdrehte Haare (Pili torti), knotige Verdickungen der Haare (Trichorrhexis invaginata oder Bambus­haare). Vererbte Haarschaftveränderungen können therapeutisch in der Regel nicht beeinflusst werden.

 

Haarausfall

Ein Haarausfall von bis zu 100 Haaren täglich ist normal und entspricht dem Anteil der Haare, die nach einem 2- bis  4-monatigen Verweilen in der ­Telogenphase (14 %) schließlich ausfallen. In verschiedenen Lebensphasen ist ein Haarausfall mehr oder weniger als physiologisch zu bezeichnen. Schuld daran sind häufig die Hormone, denn unser Haarwachstum ist hormongesteuert. Deutlich wird dies schon durch die unterschiedlich dichte Körperbehaarung bei Mann und Frau. Kommt es bei Frauen zu Haarausfall – insgesamt ist dies sehr viel seltener als bei Männern – sind männliche Sexualhormone (Androgene) zu 95 Prozent der Auslöser (Hirsutismus). Im Rahmen des normalen Alterungsprozesses werden die Kopfhaare insgesamt dünner und es kommt zu einer langsamen Abnahme der Haarfollikel. Insgesamt vollzieht sich ein Haarausfall bei Frauen sehr viel unauffälliger als bei Männern. Das Haar wird eher dünner oder schütter, völlig kahle Stellen treten jedoch sehr selten auf.

Androgenetischer Haarausfall ist das Schicksal vieler Männer. Der Name dieser Art von Haarausfall deutet auf die Ursache hin: Es sind die Androgene. Die Wirkung der Androgene auf die Haarfollikel äußert sich in einer Verkürzung der Wachstumsphase (Anagenphase), das bedeutet, der Haarzyklus wird beschleunigt. Zudem findet bei jedem Haarwechsel eine zunehmende Rückbildung der Haarfollikel statt, sodass die Haare immer dünner werden und sich letztendlich in flauschige Wollhaare umwandeln. Häufig kommt es schon zu Beginn der Pubertät zum Haarausfall, typisch sind hier beginnende Geheimratsecken. Diese Art des Haarausfalls setzt sich dann meist schleichend fort, bis hin zur völligen Kahlköpfigkeit.

Neben den hormonellen Einflüssen der Androgene können weitere Gründe für das Ausgehen der Haare verantwortlich sein: eine einseitige Ernährung, Fastenkuren (u. a. Eisenmangel), schwere Infektionen, Entzündungen, Stresssituationen, Schildrüsenerkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente, bei der Chemotherapie oder der Umgang mit giftigen Stoffen (z. B. Insektizide, Pflanzenschutzmittel). Je nach Ursache und Ausmaß der genannten Einflüsse ist die Stärke und die Dauer des Haarausfalls unterschiedlich. Sofern die Haarpapille nicht geschädigt ist, normalisiert sich das Haarwachstum wieder.

Der diffuse Haarausfall ist nicht auf bestimmte Regionen der Kopfbehaarung beschränkt. Er verläuft auch nicht in einer bestimmten Reihenfolge wie der androgenetische Haarausfall.

Eine der häufigsten Arten des Haarausfalls ist der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata). Diese Art des Haarausfalls beginnt mit dem plötzlichen Ausfall der Haare an einer oder mehreren Stellen im Kopf- und Bartbereich. Diese Stellen breiten sich dann häufig aus, am Rand können die Haare büschelweise ausgezogen werden. Einzelne Haare bleiben an der kahlen Stelle zurück. Teilweise kommt es zum Ausfall der Haare auf dem gesamten Kopf, man spricht dann von Alopecia areata totalis, wenn auch die Körperhaare betroffen sind, spricht man von Alopecia areata universalis. Der Verlauf der Krankheit ist sehr unberechenbar und kann von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren dauern. Bei etwa einem Drittel der Patienten wächst die einzelne kahle Stelle oder wachsen auch mehrere Kahlstellen innerhalb weniger Monate wieder zu.

Eine weitere Ursache für Haarausfall können mechanische Belastungen sein. Dazu zählen: ständiger Druck oder Zug, etwa durch Zusammenbinden der Haare mit einem einfachen Gummiband, bestimmte Frisuren, z. B. ständiges Tragen eines strengen Dutts, das häufige Tragen von Kopfbedeckungen oder Perücken. Auch das ständige nervöse Ziehen oder Eindrehen der eigenen Haare kann eine Ursache sein.

 

mögliche Haarausfälle:

–       Haarausfall bei Neugeborenen                                            

–       Haarausfall bei Frauen nach der Entbindung                                            

–       seniler Haarausfall                                            

–       androgenetischer Haarausfall bei Männern                                            

–       androgenetischer Haarausfall bei Frauen

–       diffuser Haarausfall                                            

–       Alopecia areata                                            

–       mechanisch bedingter Haarausfall

Ursache   

–       Synchrones Eintreten aller Anagenhaare in die Katagenphase durch hormonelle Einflüsse hormonelle Einflüsse     

–       hormonell bedingtes längeres Verweilen der Haare in der Anagenphase während der Schwangerschaft, synchrones Übertreten in die Katagenphase nach der Entbindung 

–       Abnahme der Haarfollikel im Alter                                            

–       vererbte Anlage zu gesteigerter Empfindlichkeit der Haarfollikel gegen Androgene, Ausmaß der Androgenproduktion                                            

–       Störungen des Hormonhaushalts                                            

–       einseitige Ernährung, Infektionen, Entzündungen, Stresssituationen, Schild­drüsenerkrankungen, Medikamente, Vergiftungen                                            

–       Autoimmunreaktion gegen Haarfollikel, erbliche Anlage                                            

–       Zug, Druck, Reibung, z. B. durch Gummiband, straffen Dutt oder nervöses Ziehen an den Haaren   

 Aussehen und Verlauf      

–       6–8 Wochen nach der Geburt völlige Kahlköpfigkeit, asynchroner Haarzyklus pendelt sich danach ein     

–       6–8 Wochen nach der Entbindung mäßiger Haarausfall durch Geburtsschock, schnelle Normalisierung                                            

–       stetiges und langsames Ausdünnen der Haare                                            

–       Beginn und Verlauf an ­charakteristischen Stellen: zunächst Geheimratsecken, dann Tonsur, später Haarkranz und Glatzen­bildung  

–       milder als bei Männern, fast nie völlige Glatzen­bildung

–       Haarausfall am gesamten Kopf (diffus), meist Rückgang bei Beseitigung der Ursache

–       kreisrunder Haarausfall, Ausbreitung und Zusammenfließen einzelner Herde, teils spontane Heilung, teils chronischer Verlauf, teils Glatzenbildung

–       kahle Stellen am Ort der mechanischen Belastung, Neubewuchs bei Ausschalten der Ursache                                            

Therapie 

–       nicht notwendig                                            

–       in der Regel nicht not­wendig, bei extremer Ausprägung Hormon­therapie                                            

–       nicht möglich                                             

–       schwierig, unter Um­ständen mit Hormonen oder hormonähnlichen ­Präparaten möglich                                            

–       Hormontherapie                                            

–       Behandlung der ­Grund­erkrankung                                             

–       Auslösen eines allergischen Kontaktekzems

–       Ausschalten der ­mechanischen Belastung

Drüsen

Die Hautdrüsen

Wie du gelernt hast liegen in der Dermis und Subkutis verschiedene Drüsen bzw. auf der Epidermis der Drüsenausgang. Jetzt möchte ich dir die verschiedenen Drüsenarten etwas näherbringen.

Die zwei Arten der Drüsen
Die Drüsen
Holokrine Drüsen
Apokrine Drüsen
Allgemein zur Unterscheidung
Talgdrüsen und Hydrolipidschicht
Hautdrüsen
Komedonen
Der Hydrolipidmantel
Lipide und Hydro                

 

Die zwei Arten der Drüsen

Wie vorab gezeigt wurde, liegen in der Dermis und Subkutis verschiedene Drüsen bzw. auf der Epidermis der Drüsenausgang.

Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Arten der Drüsen

Grundsätzlich werden Drüsen in zwei Arten unterschieden, und zwar solche, die ihr Sekret nach außen (also über einen Ausführungsgang an eine innere oder äußere Körperoberfläche) absondern (exokrine Drüsen) und solche, die ihre Sekrete in die Blutbahn absondern (endokrine Drüsen).

Die Drüsen

Merokrine Drüsen sind auf der Epidermis mit bloßem Auge erkennbar und auf der Gesamtheit der Haut verteilt. An einigen Stellen sind sie besonders eng (wie zum Beispiel auf den Fußsohlen) und an anderen eher spärlich verteilt (wie zum Beispiel am Oberschenkel). Diese Drüsen sind ab der Geburt aktiv und wesentlich an der Temperaturregelung im Körper beteiligt. Dieser Schweiß ist auch ein maßgeblicher Bestandteil des Hydro-Lipid-Mantels der Haut.

Apokrine Drüsen sind auch Schweißdrüsen, die ihre Ausgänge aber nicht auf der oberen Cutis haben, sondern in den Haartrichter münden und auch aus dem Haartrichter heraus aussondern. Diese apokrinen Drüsen kommen überwiegend im Scham-, Achsel- und Brustbereich vor und sind auch erst ab der Pubertät aktiv. Sie werden auch Duftdrüsen genannt, da sie für den ganz persönlichen Duft eines jeden Menschen verantwortlich sind.

Holokrine Drüsen  sind Talgdrüsen und jene Art der Drüse, die dich als KosmetikerIn am meisten beschäftigt. Sie münden in den Haarfollikelausgang, wobei ein Haarfollikel durchaus von bis zu fünf solcher Drüsen umgeben sein kann.

Holokrine Drüsen produzieren ihre Ausscheidung unter vollständigem Zellverlust. Das bedeutet, dass hier der Inhalt der Zelle durch einen chemischen Prozess vollständig in Fette umgewandelt wird. Dabei stirbt die Zelle ab und es entsteht Sebum/Hauttalg, welcher dann durch den Haartrichter nach außen gebracht wird.

 

Holokrine Drüsen

Holokrine Drüsen  sind Talgdrüsen und jene Art der Drüse, die dich als KosmetikerIn am meisten beschäftigt. Sie münden in den Haarfollikelausgang, wobei ein Haarfollikel durchaus von bis zu fünf solcher Drüsen umgeben sein kann.

Über den Körper sind Talgdrüsen relativ gleichmäßig verteilt. Lediglich ihre Größe und Aktivität unterscheiden sich zum Teil stark. So sind die Talgdrüsen im seborrhoischen Bereich (Sebum = Talg, rhei= fließen) besonders aktiv. Zu diesen Bereichen zählen T-Zone im Gesicht sowie vordere und hintere Schweißrinne an Brust bzw. Rücken.

Holokrine Drüsen produzieren ihre Ausscheidung unter vollständigem Zellverlust. Das bedeutet, dass hier der Inhalt der Zelle durch einen chemischen Prozess vollständig in Fette umgewandelt wird. Dabei stirbt die Zelle ab und es entsteht Sebum/Hauttalg, welcher dann durch den Haartrichter nach außen gebracht wird.

 

Apokrine Drüsen

Apokrine Drüsen sind auch Schweißdrüsen, die ihre Ausgänge nicht auf der oberen Cutis haben, sondern in den Haartrichter münden und auch aus dem Haartrichter heraus aussondern.

Diese apokrinen Drüsen kommen überwiegend im Scham-, Achsel- und Brustbereich vor und sind auch erst ab der Pubertät aktiv.

Sie werden auch Duftdrüsen genannt, da sie für den ganz persönlichen Duft eines jeden Menschen verantwortlich sind.

Ekkrine Schweißdrüsen sind bereits mit dem bloßen Auge als Pore an der Hautoberfläche erkennbar. Sie sind über den ganzen Körper verteilt – am dichtesten – ca. 600/cm2 – sind sie an den Fußsohlen und am spärlichsten am Oberschenkel – ca. 100/cm2 – vorhanden. Es handelt sich um im Corium liegende Drüsen, die einen an der Hautoberfläche frei mündenden, korkenzieherartigen Ausführungsgang haben. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die vordere und hintere Schweißrinne. In der Schweißrinne befinden sich zahlreiche Schweiß- und auch Talgdrüsen. Hier sind z. B. die Effloreszenzen der Akne besonders ausgeprägt. Die vordere Schweißrinne verläuft am Rumpf zwischen den Brüsten und die hintere zwischen den Schulterblättern.

Im Normalfall scheidet der erwachsene Mensch durch Transpiration am Tag etwa 0,5 bis 1 Liter Schweiß aus. Unter extremen Umständen können es bis zu zehn Liter sein. Der ekkrine Schweiß besteht überwiegend aus Wasser, in dem Eiweiße, Harnstoff und Fettsäuren gelöst sind. Zu einem geringen Teil werden auch andere Stoffe im Schweiß gelöst ausgeschieden. So ist es z. B. möglich, für kriminalistische Zwecke Drogen im Schweiß nachzuweisen. Der Schweiß hat einen leicht sauren pH-Wert und bildet zusammen mit dem Talg der Talgdrüsen den Wasser-Fett-Film (früher auch Säureschutzmantel) der Hautoberfläche. Dieser Film hemmt das Wachstum von schädlichen Bakterien und Pilzen, da diese Mikro­organismen in der Regel besser im alkalischen ­Milieu gedeihen. Frischer ekkriner Schweiß ist geruchlos. Der typische Schweißgeruch entsteht erst durch die mikrobielle Zersetzung des Schweißes auf der Hautoberfläche. Dabei entsteht u. a. Buttersäure, die auch in Käse und geronnener Butter vorkommt. Man spricht deshalb bei stark riechenden Füßen auch von „Käsefüßen“.

Der Schweiß ist außerdem ein Bestandteil der Wärmeregulationsmechanismen der Haut. Der abgesonderte Schweiß verdunstet und entzieht so über die entstehende Verdunstungskälte dem Körper Wärme.

Die Funktion und der Wirkungsmechanismus von apokrinen Schweißdrüsen (Duftdrüsen) ist relativ wenig untersucht. Diese Schweißdrüsen sorgen jedoch für den individuellen Körpergeruch eines Menschen, der meist nur unterbewusst von anderen wahrgenommen wird. Die individuellen Düfte scheinen eine Rolle bei der sexuellen Anziehungskraft der Geschlechter zu spielen. Auch im allgemeinen Sprachgebrauch scheint der Körpergeruch – und hiermit ist nicht ein unangenehmer Schweißgeruch gemeint – Ab- oder Zuneigung zu begründen: Man kann z. B. jemanden gut oder nicht riechen. Die Erkenntnisse über die Wirkung apokrinen Schweißes macht sich die kosmetische Industrie zunutze. So sind typischen Herrendüften z. B. häufig Moschusextrakte beigefügt, die Frauen sexuell anziehen sollen. Die apokrinen Schweißdrüsen befinden sich vor allem in der Achsel- und Genitalregion sowie um die Brustwarzen und münden jeweils in ­einen Haarfollikel. Frauen haben mehr apokrine Schweißdrüsen als Männer.

Die Kosmetikerin wird im Kosmetikinstitut recht häufig Funktionsstörungen der Talgdrüsen feststellen. Eine Überfunktion der Talgdrüsen führt z. B. im Gesicht oft zu Hautunreinheiten. Demgegenüber ist eine Talgdrüsenunterfunktion eine Ursache für trockene Haut. Pflegende Präparate und Maßnahmen können in beiden Fällen zu einer deutlichen Verbesserung des Hautzustandes führen.

Talgdrüsen münden in die Haarfollikelausgänge. Sie umgeben die Haarfollikel in der Regel in einer Gruppe von drei bis fünf Drüsen. Talgdrüsen sind holokrine Drüsen, d. h., sie haben an ihrem Rand sich teilende Zellen, die zum Zentrum hin immer mehr mit Fett durchsetzt sind und schließlich ausgeschieden werden. Talgdrüsen sind beutelförmig verzweigt.

Die Anzahl der Talgdrüsen schwankt am Körper nur gering, ihre Größe ist jedoch regional verschieden. Im seborrhöischen (sebum = Talg, rhei = fließen) Bereich sind sie viellappig und zeigen eine verstärkte Absonderung. Zu den seborrhöischen Bereichen zählt insbesondere die T-Zone im Gesicht (Stirn, Nase, Kinn) und die vordere und hintere Schweißrinne am Rumpf. Mit Beginn der Pubertät nehmen sie an Größe zu und die Produktion von Talg wird beschleunigt. Im Verlauf des Lebens ist ihre Funktion wieder rückläufig. Im Normalfall werden ein bis zwei Gramm Talg pro Tag abgegeben. Aufgabe der Talgdrüsen ist es, die Hornschicht geschmeidig zu erhalten und das Haar zu fetten. Der Talg besteht aus Glyceriden, Wachsen, Kohlenwasserstoffen, Fettsäuren und Cholesterin.

 

Allgemein zur Unterscheidung

„Insgesamt ist es wichtig zu wissen, dass Drüsen immer ein Sekret absondern. Entweder nach außen/über Ausführungsgang (exokrine Drüsen – z. B. Schweißdrüsen, Talgdrüsen, Speicheldrüsen …)  oder nach innen/in die Blutbahn (endokrine Drüsen – Hormondrüsen)“

Über den Körper sind Talgdrüsen gleichmäßig verteilt. Lediglich ihre Größe und Aktivität unterscheidet sich zum Teil stark. So sind die Talgdrüsen im seborrhoischen Bereich (Sebum = Talg, rhei= fließen) besonders aktiv. Zu diesen Bereichen zählen T-Zone im Gesicht, sowie vordere und hintere Schweißrinne an Brust bzw. Rücken.

 

Talgdrüsen und Hydrolipidschicht

Der Hydro-Lipid-Mantel (Wasser-Fett-Mantel) ist ein Gemisch aus Schweiß und Talg (Sebum) aus den Talgdrüsen (Sebumdrüsen), welches die Haut schützt und ist daher ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Der Hydro-Lipid-Mantel wirkt wie eine natürliche Creme der Haut.

  • Hydro Wasser=aus Poren
  • LipidFett=aus Talgdrüsen 

 

Hautdrüsen

Drüsen-Arten   

Name

–       Apokrine (Schweißdrüsen an Haarfollikel gebunden)
–       Ekkrine (Schweißdrüsen)
–       Holokrine

Sekretproduktion

–       Teilverlust der Zelle
–       kein Substanzverlust
–       Vollverlust der Zelle

Ausgang                                

–       Haartrichter
–       Porenausgang Epidermis
–       Haartrichter

Vorkommen                                

–       Scham-Achsel-Brustbereich
–       ganzer Körper
 

Komedonen

„Komedonen sind wie du weißt Mitesser. Dabei gibt es zwei Arten der Komedonen zu unterscheiden. Die Blackheads und die Whiteheads.

Blackheads sitzen direkt offen im Haarfollikel und oxidieren an der Luft, wodurch sie ihre schwarze Farbe kriegen.

Whiteheads sind mit mehreren Lagen Horn (abgestorbene Hautschüppchen) überzogen, dadurch oxidieren sie nicht an der Luft und behalten ihre weißliche Farbe.“

Die Drüsen der Haut werden nach der Art ihres Absonderungsvorgangs unterschieden. Ekkrine Drüsenscheiden Stoffe aus und verändern sich selbst dabei nur wenig. Apokrine Drüsen scheiden bei der Sekretion auch einen Teil der Zelle aus. Holokrine Drüsen (z. B. Talgdrüsen) scheiden ganze Zellen mit aus.

Ekkrine Schweißdrüsen sind bereits mit dem bloßen Auge als Pore an der Hautoberfläche erkennbar. Sie sind über den ganzen Körper verteilt – am dichtesten – ca. 600/cm2 – sind sie an den Fußsohlen und am spärlichsten am Oberschenkel – ca. 100/cm2 – vorhanden. Es handelt sich um im Corium liegende Drüsen, die einen an der Hautoberfläche frei mündenden, korkenzieherartigen Ausführungsgang haben. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die vordere und hintere Schweißrinne.In der Schweißrinne befinden sich zahlreiche Schweiß- und auch Talgdrüsen. Hier sind z. B. die Effloreszenzender Aknebesonders ausgeprägt. Die vordere Schweißrinne verläuft am Rumpf zwischen den Brüsten und die hintere zwischen den Schulterblättern.

Im Normalfall scheidet der erwachsene Mensch durch Transpiration am Tag etwa 0,5 bis 1 Liter Schweißaus. Unter extremen Umständen können es bis zu zehn Liter sein. Der ekkrine Schweiß besteht überwiegend aus Wasser, in dem Eiweiße, Harnstoff und Fettsäuren gelöst sind. Zu einem geringen Teil werden auch andere Stoffe im Schweiß gelöst ausgeschieden. So ist es z. B. möglich, für kriminalistische Zwecke Drogen im Schweiß nachzuweisen. Der Schweiß hat einen leicht sauren pH-Wert und bildet zusammen mit dem Talg der Talgdrüsen den Wasser-Fett-Film (früher auch Säureschutzmantel) der Hautoberfläche. Dieser Film hemmt das Wachstum von schädlichen Bakterien und Pilzen, da diese Mikroorganismen in der Regel besser im alkalischen ­Milieu gedeihen. Frischer ekkriner Schweiß ist geruchlos. Der typische Schweißgeruch entsteht erst durch die mikrobielle Zersetzung des Schweißes auf der Hautoberfläche. Dabei entsteht u. a. Buttersäure, die auch in Käse und geronnener Butter vorkommt. Man spricht deshalb bei stark riechenden Füßen auch von „Käsefüßen“.

Der Schweiß ist außerdem ein Bestandteil der Wärmeregulationsmechanismen der Haut. Der abgesonderte Schweiß verdunstet und entzieht so über die entstehende Verdunstungskälte dem Körper Wärme.

Die Funktion und der Wirkungsmechanismus von apokrinen Schweißdrüsen (Duftdrüsen) ist relativ wenig untersucht. Diese Schweißdrüsen sorgen jedoch für den individuellen Körpergeruch eines Menschen, der meist nur unterbewusst von anderen wahrgenommen wird. Die individuellen Düfte scheinen eine Rolle bei der sexuellen Anziehungskraft der Geschlechter zu spielen. Auch im allgemeinen Sprachgebrauch scheint der Körpergeruch – und hiermit ist nicht ein unangenehmer Schweißgeruch gemeint – Ab- oder Zuneigung zu begründen: Man kann z. B. jemanden gut oder nicht riechen. Die Erkenntnisse über die Wirkung apokrinen Schweißes macht sich die kosmetische Industrie zunutze. So sind typischen Herrendüften z. B. häufig Moschusextrakte aus den Hoden von Ochsen beigefügt, die Frauen sexuell anziehen sollen. Die apokrinen Schweißdrüsen befinden sich vor allem in der Achsel- und Genitalregion sowie um die Brustwarzen und münden jeweils in ­einen Haarfollikel. Frauen haben mehr apokrine Schweißdrüsen als Männer.

Die Kosmetikerin wird im Kosmetikinstitut recht häufig Funktionsstörungen der Talgdrüsen feststellen. Eine Überfunktion der Talgdrüsen führt z. B. im Gesicht oft zu Hautunreinheiten.Demgegenüber ist eine Talgdrüsenunterfunktion eine Ursache für trockene Haut. Pflegende Präparate und Maßnahmen können in beiden Fällen zu einer deutlichen Verbesserung des Hautzustandes führen.

Talgdrüsen münden in die Haarfollikelausgänge. Sie umgeben die Haarfollikel in der Regel in einer Gruppe von drei bis fünf Drüsen. Talgdrüsen sind holokrine Drüsen, d. h., sie haben an ihrem Rand sich teilende Zellen, die zum Zentrum hin immer mehr mit Fett durchsetzt sind und schließlich ausgeschieden werden. Talgdrüsen sind beutelförmig verzweigt.

Die Anzahl der Talgdrüsen schwankt am Körper nur gering, ihre Größe ist jedoch regional verschieden. Im seborrhöischen (sebum = Talg, rhei = fließen) Bereich sind sie viellappig und zeigen eine verstärkte Absonderung. Zu den seborrhöischen Bereichen zählt insbesondere die T-Zone im Gesicht (Stirn, Nase, Kinn) und die vordere und hintere Schweißrinne am Rumpf. Mit Beginn der Pubertät nehmen sie an Größe zu und die Produktion von Talg wird beschleunigt. Im Verlauf des Lebens ist ihre Funktion wieder rückläufig. Im Normalfall werden ein bis zwei Gramm Talg pro Tag abgegeben. Aufgabe der Talgdrüsen ist es, die Hornschicht geschmeidig zu erhalten und das Haar zu fetten. Der Talg besteht aus Glyceriden, Wachsen, Kohlenwasserstoffen, Fettsäuren und Cholesterin.

Der Hydrolipidmantel

Der Hydro-Lipid-Mantel (Wasser-Fett-Mantel) ist ein Gemisch aus Schweiß und Fett aus den Talgdrüsen, welches die Haut schützt und ist daher ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems.

Dieses wirkt wie ein natürliches Schmiermittel der Haut.

Damit sich das Wasser und das Fett vermischen können braucht es einen Emulgator, welcher von Propionibakterien produziert wird, die an den Ausführungsgängen nisten.

Diese wandeln unter anderem einen Teil der Fette in Emulgatoren um.

 

Lipide und Hydro

 

Lipid Fett=aus Talgdrüsen
HydroWasser=aus Poren

Auf der Haut liegt ein Oberflächenfilm, der Wasser-Fett-Film (Säureschutzmantel, Hydro-Lipid-Film). Dieser Film setzt sich aus einer Wasser- und einer Fettphase zusammen. Beide Phasen sind durch natürliche Emulgatoren zu einer Emulsion verbunden, die sich gut auf der Haut verteilt und sie geschmeidig hält. Der größte Anteil der wässrigen Phase stammt aus dem Schweiß, ein kleinerer Anteil stammt direkt aus dem durch die Hautschichten nach außen gelangenden Wasser (transepidermale Wasserabgabe). In dieser wässrigen Phase sind u. a. Aminosäuren gelöst, die wesentlich zu der Pufferkapazität der Haut beitragen.

Die Fette auf der Hautoberfläche setzen sich zu ei­nem größeren Anteil aus dem von den Talgdrüsen produzierten Talg und zu einem kleineren Anteil aus den bei der Verhornung aus den Keratinozyten freigesetzten Fetten (den Hornfetten) zusammen. Wird die Haut entfettet, kann dies zum erhöhten Wasserverlust und zur Austrocknung der Haut führen.

Die Barrierefunktion der Hornschicht kann zwar viele schädigende Einflüsse abwehren – sie hat aber auch physiologische Lücken. Diese Lücken sind notwendig, um einen minimalen Flüssigkeits- und Stoffaustausch zwischen Organismus und Umwelt zu gewährleisten. Durch diese Lücken wird es jedoch möglich, dass auch schädigende Stoffe von außen in die Haut eindringen können.

 

Krankheiten der Drüsen

Hyperhidrosis

Bei starker körperlicher Anstrengung oder hohen ­Außentemperaturen gerät man ins Schwitzen. Das ist normal und notwendig, um die Körpertemperatur durch die entstehende Verdunstungskälte unter 37 °C zu halten. Wenn emotionale Einflüsse die Transpira­tion in bestimmten Hautbereichen auslösen oder auch ganz ohne ersichtlichen Grund eine verstärkte Schweißproduktion erfolgt, leiden die Betroffenen in der Regel unter einer Hyperhidrosis (Hyperhidrose), einer verstärkten Schwitzneigung. Diese ist in der Regel auf die Bereiche Handflächen, Fußsohlen und Achselhöhlen beschränkt, häufiger sind aber auch noch Stirn- und Schläfenregion mit einbezogen. Diese vermehrte Schweißneigung ist meistens anlagebedingt. Durch die häufige Einwirkung bestimmter Chemikalien, z. B. Dauerwellflüssigkeit bei FriseurInnen, kann eine Hyperhidrose aber auch erst erworben werden.

Wer diese vermehrte Schwitzneigung hat, leidet ­häufig sehr darunter. Die Angst, andere könnten das verstärkte Schwitzen bemerken, z. B. durch nasse Flecken unter den Achseln oder nasse Hände beim Händeschütteln, stellt eine große Belastung dar. Schwitzen, ohne dass es dafür einen nachvollziehbaren Grund gibt, wird dann als Unsicherheit, Schwäche oder gar mangelnde Körperhygiene interpretiert.

Eine Begleiterscheinung der Hyperhidrosis ist eine starke Durchfeuchtung der Haut an den betroffenen Stellen. Das fördert z. B. an den Händen das Eindringen von Allergenen oder Keimen und an den Füßen vor allem die Entstehung von Fußpilz. An den Füßen sollte man deshalb immer für eine richtige Fußkleidung sorgen: Funktionssocken, offene Schuhe und häufiges Wechseln der Schuhe. Für die Körperkleidung empfiehlt es sich auch, möglichst luftdurchlässige Textilien zu verwenden und auf rein synthetische Materialien zu verzichten.

Zur Therapie der Hyperhidrose stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Die Verwendung von Antitranspirantien. Diese haben lange Zeit als wichtigsten Wirkstoff Aluminiumsalzeenthalten. Aluminiumsalze verengen die Schweißdrüsenausgänge. Sie stehen aber in Verdacht, die Entstehung von Krebs und Alzheimer zu begünstigen. Die meisten Hersteller von Antitranspirantien verwenden deshalb keine Aluminiumsalze mehr. Die Wirkung der Ersatzstoffe, die überwiegend auf der Hemmung geruchsverursachender Bakterien auf der Haut beruht, wird jedoch derzeit ebenfalls kritisch diskutiert.

Die Einnahme von Medikamenten, die die Aktivierung der Schweißdrüsen hemmen (Anticholinergika).

Die Leitungswasser-Iontophorese, bei der die Hände oder Füße in zwei flache, mit Wasser gefüllte Schalen gelegt werden, durch die dann ein schwacher Gleichstromgeleitet wird. Die Stromreize bewirken vermutlich eine direkte Schädigung der Schweißdrüsen. Da sich die Schweißdrüsen schnell wieder erholen, muss diese Therapie zu Beginn über zwei bis drei Wochen täglich durchgeführt werden, später genügt eine sog. Erhaltungstherapie im Abstand von ein bis zwei Wochen.

Die operative Entfernung oder Verödung der Schweißdrüsen wird nur in sehr schweren Fällen vorgenommen.

Durch Entfernung der Achselhaare wird die Fläche verkleinert, auf der der Schweiß sich ausbreiten und dann von Bakterien zersetzt werden kann.

Behandlung durch Botulinumtoxin: Durch Einspritzen des Nervengifts „Botox“ werden die Schweißdrüsen für mehrere Wochen in ihrer Funktion geschädigt.

Hypohidrosis und Anhidrosis

Hypohidrosis bezeichnet ein vermindertes und Anhidrosis ein gar nicht vorhandenes Schwitzvermögen. Wenn diese Erscheinungen auf den gesamten Körper bezogen sind, liegt meist ein angeborenes Fehlen von Schweißdrüsen vor. Die Thermoregulation ist dadurch stark beeinträchtigt. Andere Ursachen für eine fehlende Schweißproduktion am gesamten Körper können verschiedene neurologische Störungen sein. Wenn sich eine Hypo- oder Anhidrosis nur auf einzelne Schweißdrüsen bezieht, handelt es sich um Abflussstörungen im Schweißdrüsenausführungsgang. Diese kommen durch eine Pfropfbildung aus Bakterien und gequollenen Keratinmassen zustande.

Von bakteriellen Entzündungen können sowohl ekkrine als auch apokrine Schweißdrüsenausführungsgänge betroffen sein. Das Ausmaß der Entzündung hängt davon ab, wie tief Bakterien in den Ausführungsgang eingedrungen sind. Bei den ekkrinen Schweißdrüsen ist die Entzündung häufiger oberflächlich, es zeigt sich dann nur eine Pustel, die von einem roten Randsaum umgeben ist. Ein Übergang zu einer tiefen eitrigen Entzündung ist aber möglich. Tiefe eitrige Einschmelzungen sind an apokrinen Drüsen im Achselbereich häufiger. Hier zeigen sich dann äußerst schmerzhafte entzündliche Knoten in der Achselhöhle. Als Therapie kommt eine antiseptische äußerliche Behandlung und unter Umständen das Eröffnen der Pusteln und Knoten durch die ÄrztIn infrage.

 

Talgdrüsen-Erkrankungen

 Akne    

„Akne ist die wahrscheinlich bekannteste Talgdrüsenerkrankung und die, die dir als KosmetikerIn am häufigsten begegnen wird.“

Akne ist eine androgen vermittelte Erkrankung. Daher gibt es ohne Androgene keine Akne.

Androgene sind Sexualhormone , die auch Einfluss auf Gewebe, Talgdrüsen und Haarwurzeln haben. Alle Geschlechter haben diese Hormone. Lediglich die Menge unterscheidet sich bei den Geschlechtern.

Das bekannteste Androgen ist das Testosteron. Dieses wird bei Männern in den Hoden und zu geringen Teilen auch in den Nebennierenrinden produziert, während es bei Frauen gleichermaßen in den Eierstöcken und Nebennierenrinden, aber in weit geringeren Mengen produziert wird.

Als Endprodukt bildet Testosteron Dihydrotestosteron (DHT), was für die Stimulation der Talgdrüsen und für die Bildung von Hornzellen an Talgdrüsenausgängen verantwortlich ist. Diese „mehr Produktion“ an Hornzellen führt dazu, dass der Talg nicht abfließen kann. Es entstehen Komedonen die sich später zu Akne ausprägen können.

Akne

„Östrogene sind die Gegenspieler zu den Androgenen und drosseln auch die Produktion der Talgdrüsen. Da Frauen mehr Östrogene haben als Männer, haben diese auch seltener eine stark ausgeprägte Akne. Die Größe der Talgdrüsen ist allerdings genetisch bedingt.“

Die Talgdrüsen vieler Menschen reagieren empfindlich auf einen erhöhten Testosteronspiegel und damit auf die Ausschüttung von Dihydrotestosteron (DHT). Je mehr DHT im Körper, umso mehr Talg wird produziert und umso höher ist die Gefahr der Verhornung.

Allerdings muss eine genetische Disposition für Akne vorliegen, da die Aktivität und die Größe der Talgdrüsen genetisch festgelegt sind.

 

 Behandlungsansätze Akne

  

Gegenmaßnahmen zu gesteigerter Sebumproduktion

Behandlung der seborrhoischen Haut

 Hyperkeratose behandeln

  • Peelings
  • Mikrodermabrasion

Mikrobielle Übersiedelung bekämpfen

  • Hautmilieu sauer halten:
  • Salizylsäure

Entzündungsreaktion behandeln

  • apparative Kosmetik
  • Ultraschall:

Kann dazu beitragen Entzündungs-Mediatoren schneller abzutransportieren, erleichtert das Einbringen von Wirkstoffen und kann vor der Ausreinigung die Effloreszenzen lockern.

  • Lichtwirkung:

Akne-Effloreszenzen sind entzündet und es befinden sich Porphyrine im Gewebe.

Spezielle Wellenlängen werden von den Porphyrinen absorbiert und dadurch entsteht singulärer Sauerstoff, der die Bakterien abtötet. Bei einigen Geräten wird mit Hilfe des Lichts das Hämoglobin angesprochen. Dadurch kann es zu einer Verminderung der Durchblutungsgefäße der Talgdrüse kommen.

  • Iontophorese:

Bei der Iontophorese (Gleichstrom) gibt es die sog. Desinkrustation-Behandlung. Diese soll die vermehrt produzierten Hautfette lösen indem es zu einer Verseifung der Hautfette kommt. Dies führt dazu, dass sie leicht entfernt werden können    

Sekretionstypen und Erkrankungen

„Seborrhö sicca, Sebostase, Rosazea und periorale Dermatitis gehören nicht in die Gruppe der Erkrankungen der Talgdrüse. „

  • Seborrhö sicca
  • Sebostase
  • Seborrhö oleosa
    • Hautsekretionstypen
    • (Hauttypen)
  • Rosazea und periorale Dermatitis
  • entzündliche Hauterkrankungen                                  

Rosacea

Die Rosacea wird häufig als akneähnliche Erkrankung bezeichnet, es gibt jedoch nur wenige Gemeinsamkeiten: So ist die Rosacea wie die Akne häufig mit einem seborrhöischen Hauttyp verbunden. Auch die Talgdrüsen können direkt an der Erkrankung beteiligt sein. Wie bei der Akne gilt auch hier, dass die Erkrankung, gerade weil sie im Gesicht auftritt, besonders belastend für die Betroffenen ist und hier Hilfestellung durch die KosmetikerIn geleistet werden kann, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Bei der Rosacea handelt es sich um eine entzündliche Veränderung der Gesichtshaut, die in der Regel erst in der zweiten Lebenshälfte auftritt.

Typisch ist die Lokalisation der Hautveränderungen in der Gesichtsmitte, die Bereiche um den Mund und um die Augen herum sind ausgespart.

Typische Effloreszenzen sind Erytheme, Teleangiektasien, Papeln und Pusteln. Die Papeln und Pusteln sind aber nicht wie bei der Akne an die Follikel gebunden.

Die eigentliche Ursache der Rosacea ist nicht geklärt, eine erbliche Anlage wird vermutet. Auch werden Zusammenhänge zu inneren Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck) diskutiert.

Häufig kann eine Verschlechterung der Rosacea durch äußere Einflüsse wie Wechsel von kalter in warme Luft (schnelle Temperaturschwankungen), starke Sonneneinwirkung, den Genuss von Alkohol oder scharfen Gewürzen beobachtet werden.

Typisch ist nach den genannten Einflüssen eine Rötung des Gesichts.

 

Periorale Dermatitis

Die Erkennung von und Beratung bei Perioraler Dermatitis ist eine echte Herausforderung für die KosmetikerIn, denn hierbei stehen die eigenen Arbeitsstoffe – nämlich die Kosmetika – im Verdacht, Ursache für die Hautveränderungen zu sein. Perioral bedeutet „um den Mund herum“ und Dermatitis „Hautentzündung“.

Als Ursachen werden Inhaltsstoffe von Kosmetika und eine mechanische Irritation der Haut vermutet.

Häufig ist eine übersteigerte Anwendung von vermeintlich pflegenden Präparaten der Grund für die Erkrankung.

Hiervon sind dann besonders Personen mit einer anlagebedingt trockenen Haut (Sebostase oder Xerosis) betroffen.

Durch die ständige Anwendung von z. B. Feuchtigkeitscremes kommt es zu einer Quellung und Überfeuchtung der Epidermis.

Teilweise ist auch eine länger dauernde Anwendung von Kortisonsalben im Gesicht eine (Mit-)Ursache. Häufig konnten Pilze und Bakterien nachgewiesen werden, sie werden jedoch nicht als Ursache, sondern als Folge der perioralen Dermatitis eingestuft.

Die periorale Dermatitis ist von der Akne durch das Fehlen von Komedonen zu unterscheiden und von der Rosacea durch die jeweils typische Lokalisation.

Es finden sich perioral und in den Nasolabialfalten leicht schuppende Erytheme mit Papeln oder auch Pusteln. Direkt um die Lippen herum bleibt ein schmaler unbefallener Rand frei.

Bei schweren Formen kann sich die periorale Dermatitis auch bis zu den Augenlidern, auf die Stirn und die Wangen ausbreiten. Es handelt sich häufig um einen chronischen Verlauf, der sich über Wochen und Monate hinziehen kann.

In der ärztlichen Therapie der perioralen Dermatitis werden z. T. Antibiotika (innerlich und/oder äußerlich) angewendet. Auf keinen Fall dürfen kortisonhaltige Präparate eingesetzt werden.

Ansonsten besteht die Therapie eher in einem weitgehenden Verzicht auf die Anwendung von Kosmetika, insbesondere auf Cremes und Salben.

Aufgrund der vermuteten Ursachen (Kosmetika-Inhaltsstoffe als direkte Auslöser bzw. „Überpflegung“) ist eine Beratung der KundInnen hinsichtlich ihrer Anwendungsgewohnheiten von Kosmetika besonders wichtig. Hier gilt das Motto: „Weniger ist mehr.“

Die kosmetische Behandlung sollte sich auf beruhigende Anwendungen und eine milde Reinigung (gegebenenfalls nur mit warmem Wasser) beschränken.

 

Sebostase

Trockenen Haut

Die anlagebedingte trockene Haut ist eine zarte, meist dünne und empfindliche Haut.

Infolge geringer Talgdrüsentätigkeit und auch eines zu geringen Feuchtigkeitshaushaltes ist sie schuppig, spröde und spannt.

Häufig sind Teleangiektasien vorhanden. Das Bindegewebe der Menschen mit trockener Haut ist meistens schwach und es kommt zu frühzeitiger Faltenbildung.

Wird diese Haut nicht gepflegt, kann es zur Bildung von Schuppen, Ekzemen und zu Juckreiz kommen.

 

 

Haarentfernung

 

1. Mechanische Haarentfernung

  • Mechanische Haarentfernung
  • Technik
  • Behandlung
  • Brazilian Waxing

Mechanische Haarentfernung

„Was ist eine mechanische Haarentfernung und wie sollte die perfekte Behandlung ablaufen? 

Mechanische Haarentfernung (Depilation)

Für die Haarentfernung sollte eine separate Kabine mit erhöhter Liege vorhanden sein.

Die KosmetikerIn sollte um die KundIn herumgehen können. Hygienische Rahmenbedingungen sind wichtig.

In die Depilationskabine gehört auf keinen Fall Teppichboden. Ein Metallabfallbehälter mit Mülltüte ist angebracht.

Die Wachserhitzer sollten auf einem Vlies oder Zellstofftuch stehen und bei Bedarf sollten diese ausgewechselt werden.

Ein Akkustaubsauger beseitigt zuverlässig abgeschnittene Härchen. Die KundIn liegt auf einem Frotteetuch oder Vlies, das nach jeder Behandlung gewechselt wird.

Desinfektionsmittel für Spatel und Hände sollten selbstverständlich sein. Von der Haut abgezogenes Wachs gehört in den Abfall und nicht zurück in den Erhitzer.

Wachspatronen müssen besonders sauber gehalten werden, sonst verkleben sie den Erhitzer.

Die mechanische Haarentfernung (Depilation) ist eine Haarentfernung auf Zeit.

Unterschiedliche Anwendungen wie Zupfen mit Pinzetten, Schneiden, Rasieren, die Fadenepilation, das Waxing, die Zuckerdepilation und die chemische Form bieten Möglichkeiten, die oft auch kombiniert vorkommen.

Vor jeder Anwendung sollte ein ausführliches Gespräch mit der KundIn stattfinden.

Kontraindikationen müssen beachtet werden.

Die Möglichkeiten der Depilation richten sich nach der Art der zu entfernenden Haare. Gezupft werden Augenbrauen und einzelne längere Härchen.

Geschnitten werden alle Haare auf Hautmalen, in Nase und Ohren sowie lange Haare vor der Entfernung mit chemischen Mitteln oder Wachs.

Rasiert werden Bein- und Achselhaare.

Der Nachteil des Rasierens liegt im schnellen und stoppeligen Nachwachsen, was häufig zu Hautreizungen führt, besonders an den Beinen, wenn die Stoppeln durch die Strümpfe dauernd bewegt werden. Die Rasur ist, genau wie die chemische Haarentfernung, eher eine Maßnahme für zu Hause.

Bei der Fadendepilation werden die überflüssigen Haare in den Zwischenraum von zwei Fäden eingedreht und durch Zwirbeln (schnelles Drehen gegen­einander) herausgerissen.

Mechanische Haarentfernung (Depilation)

Für die Haarentfernung sollte eine separate Kabine mit erhöhter Liege vorhanden sein. Die KosmetikerIn sollte um die KundIn herumgehen können. Hygienische Rahmenbedingungen sind wichtig.

In die Depilationskabine gehört auf keinen Fall Teppichboden. Ein Metallabfallbehälter mit Mülltüte ist angebracht. Die Wachserhitzer sollten auf einem Vlies oder Zellstofftuch stehen und bei Bedarf sollten diese ausgewechselt werden. Ein Akkustaubsauger beseitigt zuverlässig abgeschnittene Härchen. Die Kundin liegt auf einem Frotteetuch oder Vlies, das nach jeder Behandlung gewechselt wird. Desinfektionsmittel für Spatel und Hände sollten selbstverständlich sein. Von der Haut abgezogenes Wachs gehört in den Abfall und nicht zurück in den Erhitzer. Wachspatronen müssen besonders sauber gehalten werden, sonst verkleben sie den Erhitzer.

Die mechanische Haarentfernung (Depilation) ist eine Haarentfernung auf Zeit. Unterschiedliche Anwendungen wie Zupfen mit Pinzetten, Schneiden, Rasieren, die Fadenepilation, das Waxing, die Zuckerdepilation und die chemische Form bieten Möglichkeiten, die oft auch kombiniert vorkommen. Vor jeder Anwendung sollte ein ausführliches Gespräch mit der KundIn stattfinden. Kontraindikationen müssen beachtet werden.

Die Möglichkeiten der Depilation richten sich nach der Art der zu entfernenden Haare. Gezupft werden Augenbrauen und einzelne längere Härchen. Geschnitten werden alle Haare auf Hautmalen, in Nase und Ohren sowie lange Haare vor der Entfernung mit chemischen Mitteln oder Wachs. Rasiert werden Bein- und Achselhaare. Der Nachteil des Rasierens liegt im schnellen und stoppeligen Nachwachsen, was häufig zu Hautreizungen führt, besonders an den Beinen, wenn die Stoppeln durch die Strümpfe dauernd bewegt werden. Die Rasur ist, genau wie die chemische Haarentfernung, eher eine Maßnahme für zu Hause.

Bei der Fadendepilation werden die überflüssigen Haare in den Zwischenraum von zwei Fäden eingedreht und durch Zwirbeln (schnelles Drehen gegen­einander) herausgerissen.

Diese Technik ist besonders gründlich, da auch feinste Härchen entfernt werden. Die Fadentechnik hat ihren Ursprung im ­Orient und ist in Deutschland durch türkische Einwanderer bekannt geworden. Einige Anwender verwenden zum Festhalten des Fadens lediglich Hände und Finger, andere nehmen dabei den Mund zu Hilfe, was nicht für das Institut geeignet ist.

Die chemische Haarentfernung entfernt das Haar, wie bei der Rasur, nur bis zur Hautoberfläche. Die Thioglycolsäure greift nicht nur das Keratin der Haare an, sondern auch das der Haut.

Die Wirkung ist ein Radikalpeeling, das nicht von jeder Haut vertragen wird. Rötungen, manchmal auch Entzündungen sind die Folge.

Deshalb muss Folgendes unbedingt beachtet werden:

Die Einwirkungszeit des Mittels, gründliches Abwaschen, eine Nachbehandlung mit Zitronen- oder Essigwasser und keine Anwendung von Parfüms, Deos, Seifen etc. für 24 Stunden.

Das Waxing mithilfe von Warm- und Kaltwachs sind die Favoriten bei den Depilationsprofis. Geeignet zur schnellen, gründlichen und relativ schonenden Haarentfernung, bindet diese Art der Depilation die KundIn ans Institut.

Warmwachs gibt es mit speziellen Wachserhitzern oder in Wachspatronen. Wachspatronen sind eine besonders bequeme, schnelle und saubere Form der Warmwachsenthaarung.

Die Haut sollte vor der Anwendung fettfrei sein, es dürfen keine Verletzungen und keine deutlich sichtbaren Blutgefäßschäden vorhanden sein. Krampfadern und ein Netz von Besenreisern schließen die Wachsenthaarung aus. Wenn man diese Punkte beachtet, kann man Wachs am ganzen Körper verwenden: im Gesicht, den Achselhöhlen (hier die Haare vorher kürzen), der Bikinizone und natürlich an den Beinen. Haare, die mit Wachs entfernt werden, sollten mindestens einen halben Zentimeter lang sein.

Eine andere Variation für die Warmwachsenthaarung im Gesicht ist das Entwachsen ohne Folie. Hierbei wird das Wachs mit einem Pinsel reichlich aufgetragen.

Wenn es leicht abgekühlt ist, drückt man es auf die Härchen und zieht es anschließend ab. Dabei löst man das Wachs an einem Ende etwas von der Haut und fasst den Streifen dort an.

Die Haarentfernung in den Achselhöhlen, an den Beinen und der Bikinizone ist an sich problemlos. Allerdings verträgt sie nicht jeder gut. In jedem Fall werden lange Haare zuerst mit der Schere gekürzt und dann in kleinen Partien entfernt. Die Beine werden jeweils unterteilt in Ober- und Unterschenkel. Das Wachs wird auf die gesamte Vorderseite bzw. Rückseite aufgetragen.

Dann werden lange Stoff- oder Folienstreifen aufgelegt, angedrückt und der Reihe nach abgezogen.

Bei der Enthaarung mit Kaltwachs besteht eigentlich kein wesentlicher Unterschied zum Warmwachs. Durch die zähe Konsistenz des Kaltwachses ist allerdings das Auftragen etwas unangenehmer. Wachsreste können sowohl bei Warmwachs als auch bei Kaltwachs mit Wasser entfernt werden. Es gibt auch spezielle Cleanser.

Die Zuckerdepilation (auch: Sugaring oder Zuckern) hat ihren Ursprung im Orient. Das Haarentfernungsmittel für diese „süße Methode“ ist eine relativ feste Zucker-Zitronensaft-Paste, die im Orient auch Halawa (türkisch: Agada) genannt wird. Manchmal wird zusätzlich Honig verwendet.

Für die Zuckerdepilation reicht eine Haarlänge von etwa zwei Millimetern aus. Die kleinen, kristallinen Glucoseteilchen der Zuckermasse können relativ tief in die Haarfollikelöffnung eindringen, sodass die Haare tief am Ansatz gegriffen werden.

Das zu behandelnde Hautareal wird zuerst desinfiziert. Dann wird die handwarme Zuckermasse mit Schutzhandschuhen aufgetragen. Die Epilationspaste klebt nur am Haar und nicht auf der Haut. Anschließend werden die Haare in Haarwuchsrichtung entfernt. Die Behandlung erfolgt solange, bis das gewünschte Ergebnis erzielt ist. Anschließend wird das Hautareal gekühlt.

Die Zuckerdepilation ist weniger schmerzhaft als das Wachsen. Zudem hat die Paste den Vorteil, dass sie aus natürlichen Substanzen besteht und durch den Honig eine leicht desinfizierende Wirkung hat. Wie bei der Rasur kann es aber durch die mechanische Reizung anschließend zu Hautirritationen, eingewachsenen Haaren und kleinen Pusteln kommen.

Die Nachbehandlung der Depilation gestaltet sich entsprechend der Hautreaktion. Im Gesicht verwendet man kalte Kompressen oder Eiswürfel. Danach kann eine antiseptische Creme aufgetragen werden. Für größere Flächen verwendet man kalte Kompressen, beruhigende Kräuterauszüge aus Rose, Malve, Hamamelis, Kamille oder Salbei und entsprechende Pflegeprodukte.

Bei heftigen Hautreaktionen eignet sich auch die Anwendung von Blaulicht. Bei Seborrhöikern erscheint oft jeder Haarfollikel so, als würde ein kleiner Bluterguss darunter sein, insgesamt sieht die Haut bläulich-rot gepunktet aus. Bei sehr kräftigem Einzelhaar wird die Haarpapille durch den Zug stark geschädigt und es entsteht tatsächlich eine winzige, punktuelle Blutung, die auch relativ lange anhält. Spezielle Cremes auf Arnika-Basis helfen hier am besten.

Das Brazilian Waxing (= Brasilianisches Wachsen) ist eine Modeerscheinung, bei der entweder alle oder nur der äußere Bereich der Schamhaare im Intimbereich entfernt werden.

Man verwendet Wachs oder die Zuckerdepilation. Das Brazilian Waxing ist seit etwa 1990 in Brasilien wegen der dort modernen Tangas und Mikrokinis bekannt.

 

Technik

Diese Technik ist besonders gründlich, da auch feinste Härchen entfernt werden. Die Fadentechnik hat ihren Ursprung im ­Orient und ist in Deutschland durch türkische Einwanderer bekannt geworden.

Einige Anwender verwenden zum Festhalten des Fadens lediglich Hände und Finger, andere nehmen dabei den Mund zu Hilfe, was nicht für das Institut geeignet ist.

Die chemische Haarentfernung entfernt das Haar, wie bei der Rasur, nur bis zur Hautoberfläche.

Die Thioglycolsäure greift nicht nur das Keratin der Haare an, sondern auch das der Haut.

Die Wirkung ist ein Radikalpeeling, das nicht von jeder Haut vertragen wird. Rötungen, manchmal auch Entzündungen sind die Folge.

ACHTUNg:

Die Einwirkungszeit des Mittels, gründliches Abwaschen, eine Nachbehandlung mit Zitronen- oder Essigwasser und keine Anwendung von Parfüms, Deos, Seifen etc. für 24 Stunden.

Das Waxing mithilfe von Warm- und Kaltwachs sind die Favoriten bei den Depilationsprofis.

Geeignet zur schnellen, gründlichen und relativ schonenden Haarentfernung, bindet diese Art der Depilation die KundIn ans Institut.

Warmwachs gibt es mit speziellen Wachserhitzern oder in Wachspatronen.

Wachspatronen sind eine besonders bequeme, schnelle und saubere Form der Warmwachsenthaarung.

Behandlung

 

Die Haut sollte vor der Anwendung fettfrei sein, es dürfen keine Verletzungen und keine deutlich sichtbaren Blutgefäßschäden vorhanden sein.

Krampfadern und ein Netz von Besenreisern schließen die Wachsenthaarung aus.

Wenn man diese Punkte beachtet, kann man Wachs am ganzen Körper verwenden:

  • im Gesicht
  • den Achselhöhlen (hier die Haare vorher kürzen)
  • der Bikinizone und natürlich an den Beinen

Haare die mit Wachs entfernt werden, sollten mindestens einen halben Zentimeter lang sein.

Eine andere Variation für die Warmwachsenthaarung im Gesicht ist das Entwachsen ohne Folie.

Hierbei wird das Wachs mit einem Pinsel reichlich aufgetragen.

Wenn es leicht abgekühlt ist, drückt man es auf die Härchen und zieht es anschließend ab.

Dabei löst man das Wachs an einem Ende etwas von der Haut und fasst den Streifen dort an.

Die Haarentfernung in den Achselhöhlen, an den Beinen und der Bikinizone ist an sich problemlos.

Allerdings verträgt sie nicht jeder gut.

Brazilian Waxing

  

Das Brazilian Waxing (= Brasilianisches Wachsen) ist eine Modeerscheinung, bei der entweder alle oder nur der äußere Bereich der Schamhaare im Intimbereich entfernt werden.

Man verwendet Wachs oder die Zuckerdepilation. Das Brazilian Waxing ist seit etwa 1990 in Brasilien wegen der dort modernen Tangas und Mikrokinis bekannt.

Etwa zehn Jahre später wurde es auch in den USA modern.

In den USA heißt dieser Trend auch Hollywood Waxing, weil sich Schauspielerinnen dazu bekannten und der Begriff in erfolgreichen Fernsehserien wie „Sex and the City“ und „Desperate Housewives“ thematisiert wurde.

In Deutschland wird das Brazilian Waxing vorrangig in Großstädten angeboten.

Brazilian Waxing bei Männern wird auch Manzilian oder Boyzilian genannt.

In jedem Fall werden lange Haare zuerst mit der Schere gekürzt und dann in kleinen Partien entfernt. Die Beine werden jeweils unterteilt in Ober- und Unterschenkel.

Das Wachs wird auf die gesamte Vorderseite bzw. Rückseite aufgetragen.

Dann werden lange Stoff- oder Folienstreifen aufgelegt, angedrückt und der Reihe nach abgezogen.

Bei der Enthaarung mit Kaltwachs besteht eigentlich kein wesentlicher Unterschied zum Warmwachs.

Durch die zähe Konsistenz des Kaltwachses ist allerdings das Auftragen etwas unangenehmer. Wachsreste können sowohl bei Warmwachs als auch bei Kaltwachs mit Wasser entfernt werden.

Es gibt auch spezielle Cleanser.

Die Zuckerdepilation (auch: Sugaring oder Zuckern) hat ihren Ursprung im Orient. Das Haarentfernungsmittel für diese „süße Methode“ ist eine relativ feste Zucker-Zitronensaft-Paste, die im Orient auch Halawa (türkisch: Agada) genannt wird.

Manchmal wird zusätzlich Honig verwendet.

Für die Zuckerdepilation reicht eine Haarlänge von etwa zwei Millimetern aus. Die kleinen, kristallinen Glucoseteilchen der Zuckermasse können relativ tief in die Haarfollikelöffnung eindringen, sodass die Haare tief am Ansatz gegriffen werden.

Das zu behandelnde Hautareal wird zuerst desinfiziert.

Dann wird die handwarme Zuckermasse mit Schutzhandschuhen aufgetragen.

Die Epilationspaste klebt nur am Haar und nicht auf der Haut. Anschließend werden die Haare in Haarwuchsrichtung entfernt.

Die Behandlung erfolgt solange, bis das gewünschte Ergebnis erzielt ist. Anschließend wird das Hautareal gekühlt.

Die Zuckerdepilation ist weniger schmerzhaft als das Wachsen.

Zudem hat die Paste den Vorteil, dass sie aus natürlichen Substanzen besteht und durch den Honig eine leicht desinfizierende Wirkung hat.

Wie bei der Rasur kann es aber durch die mechanische Reizung anschließend zu Hautirritationen, eingewachsenen Haaren und kleinen Pusteln kommen.

Die Nachbehandlung der Depilation gestaltet sich entsprechend der Hautreaktion.

Im Gesicht verwendet man kalte Kompressen oder Eiswürfel.

Danach kann eine antiseptische Creme aufgetragen werden.

Für größere Flächen verwendet man kalte Kompressen, beruhigende Kräuterauszüge aus Rose, Malve, Hamamelis, Kamille oder Salbei und entsprechende Pflegeprodukte.

Bei heftigen Hautreaktionen eignet sich auch die Anwendung von Blaulicht. Bei Seborrhöikern erscheint oft jeder Haarfollikel so, als würde ein kleiner Bluterguss darunter sein, insgesamt sieht die Haut bläulich-rot gepunktet aus.

Bei sehr kräftigem Einzelhaar wird die Haarpapille durch den Zug stark geschädigt und es entsteht tatsächlich eine winzige, punktuelle Blutung, die auch relativ lange anhält.

Spezielle Cremes auf Arnika-Basis helfen hier am besten.

Akne

Akne ist die am häufigsten auftretende Talgdrüsenerkrankung die dir als KosmetikerIn begegnet, und auch die Kosmetikindustrie hat das inzwischen verstanden.

Daher bringt sie immer mehr Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere durch apparative Kosmetik, auf den Markt. Deswegen möchte ich dir die verschiedenen angewandten Technologien und ihre Wirkung auf die Symptome der Akne genauer erklären.

  • Einleitung
  • Akne allgemein
  • Akne-Arten
  • Behandlung durch apparative Kosmetik
  • Hintergrundwissen
  • Optische Strahlung
  • Kontraindikationen

 

Einleitung

„Akne ist eine entzündliche Talgdrüsenerkrankung, die immer hormonell bedingt ist. Daher kannst du als KosmetikerIn die Akne nicht behandeln. Du kannst aber die damit auftretenden Symptome behandeln.“

Pathomechanismus

  • Eine vermehrte Talgproduktion (Seborrhoe): Unter Einfluss der Androgene wird mehr Talg produziert, es entsteht eine follikuläre Verhornungsstörung (Hyperkeratose), die Ausführungsgänge der Talgdrüsen verstopfen und dadurch entstehen Comedone.
  • Bakterielle Besiedelungen: Das lipidreiche Milieu begünstigt die Vermehrung der Probionibakterien, die wegen der Hyperkeratose des Ausführungsgangs eingeschlossen sind.
  • Reizung der Talgdrüsen-Wände
  • Probionibakterien bauen Sebum ab und die Abbauprodukte reizen die Wände der Talgdrüsen, wodurch es zu einer Entzündung kommt: Papeln und Pusteln entstehen, Infiltration, Zysten, Abszesse.
  • Wenn es zu einer Entzündung der gesamten Talgdrüse kommt, kann darauf eine Verschmelzung mit anderen Talgdrüsen folgen.

Was passiert nun:   

Gestörtes hormonelles Gleichgewicht (z.B. in der Pubertät) UND/ ODER Überempfindlichkeit der Talgdrüsen gegenüber DHT genetische Disposition 

Ungleichgewicht der Geschlechtshormone (Testosteron im Übergewicht) 

vermehrte Ausschüttung von DHT 

vermehrte Produktion von Talg 

vermehrte Keratinisierung (Hyperkeratose) 

Follikelausgänge werden enger oder verstopfen ganz 

Talg kann nicht abfließen 

Komedonen entstehen 

bakterielle Besiedelung begünstigt die Vermehrung von Probionibakterien (sind wegen der Hyperkeratose im Ausführungsgang „eingeschlossen“) 

Probionibakterien bauen Talg ab 

Abbauprodukte reizen die Wände der Talgdrüsen 

es kommt zu Entzündung 

es kommt zu Papeln und Pusteln 

Akne

Die Akne ist eine Erkrankung der talgdrüsenreichen Haut. Sie ist außerordentlich verbreitet, fast jeder Mensch ist zumindest in einer Minimalform während der Pubertät betroffen.

Männer und Frauen erkranken etwa gleich häufig an Akne, der Verlauf ist bei Männern jedoch oft schwerer.

Der Beginn der Akne liegt in der Pubertät, bei Frauen tritt sie ungefähr ab dem zwölften, bei Männern etwa ab dem 13. Lebensjahr auf.

Das Ende der Akneerkrankung ist im Normalfall auch das Ende der Pubertät (18. bis 20. Lebensjahr), nicht selten bleibt die Erkrankung jedoch bis zum 30. Lebensjahr bestehen.

Am häufigsten tritt die Akne in den talgdrüsenreichen Arealen der Haut auf, d. h. in der T-Zone im Gesicht und in den Schweißrinnen an Brust und Rücken.

Die Akne hat viele Ursachen. Schwere Akneformen treten familiär gehäuft auf, d. h. die Neigung zur Akne ist genetisch mitbestimmt. Während der Pubertät bedingen die Androgene (männliche Sexualhormone, die in geringerem Ausmaß aber auch von Frauen produziert werden) eine Größenzunahme der Talgdrüsen sowie eine Steigerung der Lipid(Talg)produktion (Seborrhö).

Männer sind daher häufiger von den schwereren Akneformen betroffen. Bei Frauen kann sich eine Akne vor der Menstruation verschlechtern.

Der Verlauf einer Akne beginnt mit der Größenzunahme der Talgdrüsen und der vermehrten Talgproduk­tion. Es kommt zu einer vermehrten und veränderten Verhornung des Follikelabschnitts, der in die Talgdrüse mündet. Auf diese Weise entsteht ein Hornpfropf, der den Haarfollikel ausfüllt (verstopft) und nach oben treibt. Durch den Hornpfropf kommt es zu einem Stau des vermehrt produzierten Talgs. Auf diese Weise entsteht ein mit Lipiden und Keratin gefüllter Sack, der Komedo (Mitesser).

Gleichzeitig mit der Komedonenbildung kommt es zu einer sprunghaften Vermehrung des Bakteriums Propionibacterium acnes (auch: Corynebacterium acnes), das normalerweise immer als apathogener (unschädlicher) Keim in und auf der Haut vorkommt. Die Bakterien finden jedoch im talgreichen Komedo ideale Lebensbedingungen, sodass sie sich besonders stark ausbreiten können. Sie setzen Enzyme (Lipasen) frei, die die Neutralfette des Talgs in kleinere Teile (freie Fettsäuren) spalten. Diese freien Fettsäuren haben eine entzündungsauslösende Wirkung.

Durch sie werden z. B. Entzündungszellen und Entzündungsflüssigkeit vermehrt an den Ort des Geschehens gelockt. Es wird eng, und der Druck auf den Komedo, der durch den Hornpfropf nicht nach oben ausweichen kann, wächst. Wenn der Komedo dem Druck nicht mehr standhalten kann, platzt er spontan und gibt seinen Inhalt an das umliegende Bindegewebe frei.

Dies führt zu einer heftigen Entzündung. Es entsteht mindestens eine Pustel.

Die Akne vulgaris kann in verschiedenen Stadien ablaufen, die jedoch nicht bei jedem Betroffenen eintreten. Häufig bleibt es bei dem Stadium, in dem nur Komedonen sichtbar sind oder auch einige entzündliche Veränderungen am Komedo auftreten.

Kennzeichnend für die Akne comedonica ist das Vorhandensein von Komedonen. Diese können häufig über Monate und Jahre (Pubertät) bestehen bleiben.

Hier unterscheidet man zwischen offenen und geschlossenen Komedonen.

Bei den geschlossenen Komedonen ist der Follikelausgang verschlossen, es schimmert eine weißliche Papel, der Talg-Horn-Pfropf durch. Geschlossene Komedonen neigen zur Entzündung und zu einer eitrigen Einschmelzung, da der Druck im Follikel nicht nach außen entweichen kann.

Bei den offenen Komedonen klafft die Follikelöffnung auf, es ist ein schwarzer Kopf sichtbar. Hierbei handelt es sich nicht um Schmutz, wie vielfach vermutet wird, sondern der Horn-Lipid-Propf ist durch den Luftsauerstoff oxidiert. Diese Tatsache sollte die KosmetikerIn ihren KundInnen deutlich machen, viele Betroffenen glauben nämlich, dass es sich um Schmutz handle oder werden von anderen damit aufgezogen („Wasch dich mal richtig …“) und leiden sehr unter dieser Vermutung.

Das nächstschlimmere Stadium der Akne ist die Acne papulo-pustolosa. Hier haben sich bereits entzündliche Veränderungen am Komedo eingestellt, es sind Papeln und Pusteln entstanden.

Die Dauer dieses Stadiums kann Jahre betragen. Fast jede Pustel hinterlässt eine eingezogene (selten auch eine abgehobene) Narbe, die meist jedoch sehr unauffällig sind.

Verschlimmert sich die Akne weiter, entwickelt sich in seltenen Fällen eine Acne conglobata. Hier kann es durch die Entzündung um den Follikel herum zu knotigen Infiltraten und Abszessen kommen, nach der Abheilung bleiben entweder eingezogene (atrophe) oder abgehobene (hypertrophe) Narben zurück.

Es gibt eine Reihe von Sonderformen der Akne und auch akneähnliche Erkrankungen, die zwar im äußeren Erscheinungsbild der Akne ähneln, aber eine andere Ursache haben.

Ein kurzer Überblick über diese Erkrankungen kann die Diagnosesicherheit der KosmetikerIn schärfen, denn bei anderen Ursachen ist natürlich auch eine andere Behandlung bzw. die Weiterleitung an den Arzt notwendig.

Bei der Acne tropica handelt es sich um eine besonders intensive Form der Akne, die durch eine Superinfektion mit Staphylokokken entsteht. Bei einer Acne cosmetica findet man mäßig entzündliche Akneeffloreszenzen und tiefsitzende, entzündliche Papeln. Die Ursache sind komedogene (komedo-auslösende) Substanzen in Kosmetika, oft wird der Verlauf durch Manipulation an den Knötchen ungünstig beeinflusst.

Mit dem Namen Acne excoriée des jeunes filles wird eine vorhandene geringgradige Acne vulgaris (mäßige und unscheinbare Komedonen) bezeichnet, die durch heftige Manipulationen (Herumdrücken und Kratzen an den Effloreszenzen) erst zu sichtbaren und entzündlichen Hautveränderungen führt. Oft ist es sehr schwer, die Betroffenen von ihren Drück- und Kratzaktivitäten abzubringen.

Bei einer medikamentösen Akne handelt es sich meist um gerötete Papeln, die um die Follikel herum angeordnet sind. Sie können durch die Einnahme einiger Medikamente hervorgerufen werden, z. B. kurz nachdem hochdosiert Kortison verabreicht wurde. Bei einer exogen bedingten Akne entstehen Akneeffloreszenzen durch äußerlich auf die Haut einwirkende Substanzen, z. B. Öle, Teere, Fette. Betroffen sind z. B. Mechaniker, denen bei Autoreparaturen Öl in das Gesicht gelangt ist. Diese Substanzen wirken komedogen und sie verstopfen zudem die Follikelausgänge von außen.

Bei der Aknetherapie ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Arzt und KosmetikerIn gefragt, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Häufig wird bei leichteren Akneformen jedoch nur die KosmetikerIn aufgesucht. Sie sollten deshalb genau wissen, an welche Akneeffloreszenzen sie sich heranwagen dürfen. Sie sollten den Patienten auch auf therapeutische Möglichkeiten durch den Dermatologen hinweisen können. Grundsätzlich setzt die Aknetherapie und Behandlung an den verschiedenen Entstehungsfaktoren an.

Ansatzpunkte sind u. a. die Seborrhö, die übermäßige Verhornung und die Corynebakterien.

Aknetherapie: Ansatzpunkt Seborrhö. Hier kann die KosmetikerIn erfolgreich zur Behandlung und Prävention beitragen, durch entsprechende Hautreinigung mit gut hautverträglichen Produkten, die Anwendung von fettaufnehmenden Tagescremes (evtl. getönt, um Unreinheiten zu kaschieren), sanfte Peelings etc. kann der Hautzustand günstig beeinflusst werden.

Von ärztlicher Seite können in schweren Fällen Hormone verordnet werden, welche die übermäßige Talgproduktion bremsen, die durch Androgene angeregt wird.

Die Gabe von solchen Antiandrogenen (z. B. Östrogene) kommt jedoch nur für Mädchen und Frauen in Frage. Zum Teil verhüten junge Frauen im „Aknealter“ ohnehin mit der Pille, was sich dann quasi als Nebenwirkung auch günstig auf die Akneentwicklung auswirkt.

Aknetherapie: Ansatzpunkt Follikelkeratose (übermäßige Verhornung). Hier sind keratolytische (hornlösende) Maßnahmen gefragt, die ebenfalls z. T. von der KosmetikerIn durchgeführt werden können. Äußerlich angewendet hat z. B. Vitamin-A-Säure eine solche Wirkung. Seit einigen Jahren werden verstärkt auch sogenannte Fruchtsäuren (AHAs) angeboten.

Behandlungen mit Säuren sollten sehr vorsichtig durchgeführt werden und wenn höhere Konzentrationen angewendet werden, nur in Zusammenarbeit mit dem Dermatologen.

Hierbei wird eine Hautreizung bzw. eine Entzündungsreaktion provoziert, die die Keimzellen in der Basalzellenschicht dazu anregt, den Defekt durch eine gesteigerte Zellteilung zu beheben. Unsachgemäß angewendet kann hier großer Schaden entstehen, bis hin zur Narbenbildung. Vitamin-A-Säure-Derivate (Retinoide) können vom Arzt verordnet auch eingenommen werden.

Sie bewirken eine Reduktion der Seborrhö, eine Talgdrüsenverkleinerung und haben eine entzündungshemmende Wirkung. Allerdings haben solche Präparate starke Nebenwirkungen und werden daher nur in schweren Fällen der Akne verordnet. Besonders hervorzuheben ist die fruchtschädigende Wirkung von Retinoiden, wenn sie kurz vor oder während der Schwangerschaft eingenommen werden. Ein sicherer Empfängnisschutz muss während und mindestens drei Monate nach einer solchen Therapie gewährleistet sein.

Aknetherapie: Ansatzpunkt Corynebakterien. Um die bakterielle Beteiligung bei der Akneentstehung zu beeinflussen, werden antibakteriell wirksame Mittel eingesetzt.

Die KosmetikerIn kann hier eine antiseptische Behandlung mit alkoholischen Lösungen und Gesichtspackungen vornehmen. Von ärztlicher Seite ist der Einsatz von Antibiotika innerlich und äußerlich möglich. Häufig wird auch Benzoyl-Peroxid, das eine antibakterielle und komedolytische Wirkung hat, eingesetzt.

Weitere Maßnahmen, die häufig im Zusammenhang mit einer Aknetherapie durchgeführt werden, sind Diäten und UV-Bestrahlungen. Zum Thema Diäten finden sich immer wieder Vertreter, die eine strenge Aknediät empfehlen. So soll z. B. auf den Verzehr von Schokolade verzichtet werden. Es gibt jedoch keine generelle Aknediät, die wissenschaftlich nachgewiesen sinnvoll ist.

Hier gilt, dass die betroffene Person sich selbst beobachten sollte und Nahrungs- oder Genussmittel, die aus ihrer Sicht negativ auf den Hautzustand wirken, reduziert zu sich nehmen sollte.

Ein generelles Verbot bestimmter Nahrungsmittel kann eher negative Wirkungen haben, da ein auferlegter ständiger Verzicht auf evtl. heiß begehrte Speisen zusätzlichen psychischen Stress auslösen kann. Natürlich gilt auch hier, dass eine gesunde Ernährung mit mäßigem Fett- und Zuckergehalt immer sinnvoll ist und sich insgesamt positiv auf den Gesundheits- und insbesondere den Hautzustand auswirkt.

Bei einer von einem Arzt durchgeführten Phototherapie wirkt sich häufig eine Bestrahlung mit UV-A und UV-B-Licht positv auf den Hautzustand aus. Bei einer Bestrahlung in Eigeninitiative gilt jedoch, dass immer auch die Risiken einer solchen Bestrahlung durch Höhensonnen, Sonnenbänke und Solarien (z. B. vorzeitige Hautalterung, Entstehung von Hautkrebs bei übermäßiger Bestrahlung) bedacht werden sollten. Zudem ist der Besuch von Solarien für Minderjährige gesetzlich verboten.

Die KosmetikerIn sollte ihren KundInnen immer in Grundzügen die Entstehungsursachen ihrer Erkrankung erklären und sicher entscheiden können, welche Effloreszenzen sie behandelt und in welchem Stadium auch eine ärztliche Therapie erforderlich ist. Das oberste Gebot ist hier: Weniger ist oft mehr! Direkt behandelt werden darf nur die Akne im Stadium der Komedonen.

Pusteln und Papeln dürfen nicht ausgedrückt oder -gequetscht werden, da die Gefahr einer Entzündung und später auch der Narbenbildung sehr hoch ist. Erwarten die KundInnen trotzdem eine solche Behandlung, erweist sich eine KosmetikerIn als kompetent, wenn sie diese bestimmt ablehnt und auf den Dermatologen verweist. In diesem Stadium der Papeln und Pusteln sind unterstützende (reinigende und pflegende Maßnahmen) jedoch sehr wichtig.

Akne allgemein

Es gibt drei Stadien der Akne Vulgaris. KosmetikerInnen dürfen nur das erste behandeln

Akne comedonika

Kennzeichnend für die Akne comedonica ist das Vorhandensein von Komedonen. Diese können häufig über Monate und Jahre (Pubertät) bestehen bleiben.

Hier unterscheidet man zwischen offenen und geschlossenen Komedonen.

Bei den geschlossenen Komedonen ist der Follikelausgang verschlossen, es schimmert eine weißliche Papel, der Talg-Horn-Pfropf durch. Geschlossene Komedonen neigen zur Entzündung und zu einer eitrigen Einschmelzung, da der Druck im Follikel nicht nach außen entweichen kann.

Bei den offenen Komedonen klafft die Follikelöffnung auf, es ist ein schwarzer Kopf sichtbar. Hierbei handelt es sich nicht um Schmutz, wie vielfach vermutet wird, sondern der Horn-Lipid-Pfropf ist durch den Luftsauerstoff oxidiert.

Akne papulopustulosa

Das nächst schlimmere Stadium der Akne ist die Acne papulo-pustolosa. Hier haben sich bereits entzündliche Veränderungen am Komedon eingestellt, es sind Papeln und Pusteln entstanden.

Die Dauer dieses Stadiums kann Jahre betragen. Fast jede Pustel hinterlässt eine eingezogene (selten auch eine abgehobene) Narbe, die meist jedoch sehr unauffällig sind.

 Akne conglobata

Verschlimmert sich die Akne weiter, entwickelt sich in seltenen Fällen eine Acne conglobata. Hier kann es durch die Entzündung um den Follikel herum zu knotigen Infiltraten und Abszessen kommen, nach der Abheilung bleiben entweder eingezogene (atrophe) oder abgehobene (hypertrophe) Narben zurück.

Akne-Arten

Die Akne Inversa kommt vor allem in Bereichen vor, wo die Haut aneinander (Achseln, Leisten, Gesäß, Innenschenkel) reibt. Sie ist eine chronische Erkrankung (gehört inzwischen zu den Autoimmunkrankheiten), bei der sich durch die Entzündung der Talgdrüsen häufig Knoten, Abszesse und Fisteln bilden.

Babyakne (Akne neonatorum/ infantum)

Die Akne neonatorum bzw infantum kommt bei Neugeborenen und Babies vor. Sie entsteht durch die Kombination von Hormonumstellung des Babies nach der Geburt und zum Teil nicht vollständig ausgereiften Talgdrüsen.

Akne tarda (Stressakne)

Die Akne tarda oder auch Altersakne tritt bei Frauen über 30 auf. Wie bei jeder Akne spielen hier die Hormone die Hauptrolle. Hormonumstellungen durch Stress, Absetzen der Pille, neue Verhütungsmethoden oder auch andere Medikamente können hier die Auslöser sein.

Akne in den Wechseljahren

Wie der Name schon sagt, kommt diese Art der Akne bei Frauen in den oder zu Beginn der Wechseljahre vor und wird auch hier wieder durch die Hormonumstellung ausgelöst. Die weiblichen Hormone sinken ab und die Androgene gewinnen Überhand, was die vermehrte Ausschüttung von DHT zur Folge hat.

Hinweis: Oft ist die Akne in den Wechseljahren eine falsch diagnostizierte Rosazea.

Akne excoriee

Die Akne excoriee oder auch Skinpicking genannt, ist die einzige Akneform, die nicht hormonell, sondern psychisch bedingt ist. Hier wissen die Betroffenen zwar, dass sie die einzelnen Pickel nicht manipulieren dürfen, tun es doch und verschlimmern dadurch das Hautbild, weil durch das Aufkratzen der Epidermis Bakterien und andere Keime in die Haut eindringen können. Das „Skinpicking“ muss meist in Kombination mit einem Psychologen behandelt werden.

Behandlung durch apparative Kosmetik

Die Behandlung von unreiner Haut ist oft eine vielseitige Behandlung. Sowohl die Ernährung als auch die Pflege der Haut spielen eine wichtige Rolle. In den letzten Jahren hat sich aber herausgestellt, dass man durch die apparative Kosmetik sehr gute Erfolge im Hinblick auf die Entzündungen, Schwellungen und Narben, die durch die Akne entstehen erzielen kann. Da lohnt es sich doch mal genauer reinzuschauen.

Welche Geräte kommen in Frage?   

ULTRASCHALL

Kann dazu beitragen Entzündungs-Mediatoren schneller abzutransportieren.

Außerdem erleichtern niedrige Schallfrequenzen auch das Einbringen von entzündungshemmenden Wirkstoffen und sollen vor der Ausreinigung die Effloreszenzen lockern.

GLEICHSTROM

Iontophorese (Gleichstrom)

Für den Transport von ionisierten Wirkstoffen in die Haut gibt es die sog. Desinkrustation-Behandlung.

Diese soll die vermehrt produzierten Hautfette lösen indem es zu einer Verseifung der Hautfette kommt, sodass sie leicht entfernt werden können.   

WECHSELSTROM

Die Hochfrequenz-Stab bewirkt eine Desinfektion der zu behandelnden Hautareale und wirkt antibakteriell und entzündungshemmend.

Außerdem sorgt er für eine bessere Durchblutung und Regeneration der Haut.

Mesoporation

Öffnung lamellarer Strukturen (Hautbarriere, Zellmembranen) für größere Moleküle.

Dadurch können Wirkstoffe besser eingeschleust werden.

 

Hintergrundwissen

        

In diesem Bereich wird von vielen Herstellern Schabernack betrieben. Grundsätzlich kannst du davon ausgehen, dass wenn ein Hersteller ein bestimmtes Produkt zum Mesoporations-Gerät dazu verkauft, welches ionisiert ist, dann handelt es sich nicht um Mesoporation, sondern um ein einfaches Iontophorese Gerät.

Gleichstrombehandlung (Iontophorese) wird oft als Meso-Lifting (Mesoporation) verkauft

Mit einer Gleichstrombehandlung werden ionisierte (elektrisch geladene) Wirkstoffe eingeschleust, nur so können sie im elektrischen Feld beschleunigt werden und somit in die Haut gelangen. Die KundIn bekommt eine Gegenelektrode angelegt, z. B. die Kathode. Das Produkt zur Einschleusung hat durch die Ionisierung eine positive Ladung und wird mit dem Applikator, in diesem Fall mit der Anode, also auch positiv, in die Haut gearbeitet. Das Prinzip basiert darauf, dass sich elektrische Ladungen mit gleicher Polung abstoßen und mit ungleicher Polung anziehen.

  1. h. in dem Fall schubst die Anode (plus) den positiv ionisierten Wirkstoff in die Haut und die Kathode (minus) zieht. Durch elektrische Spannung wird eine Ionenwanderung in der Haut erzeugt. Dabei bilden sich als zweite Reaktion an der Anode Säuren und an der Kathode Laugen. Die Säuren und die Laugen können in Abhängigkeit von der Dauer der Behandlung und der Intensität zu Reizungen, Rötungen und Verätzungen am Hautgewebe führen.

Hochvolt zur Elektoporation wird oft als Meso-Lifting (Mesoporation) verkauft. Bei der Elektroporation werden durch hohe Spannung auf der oberen Hautschicht mikroskopisch kleine Feuchtigkeitskanäle geöffnet und hochkonzentrierte Wirkstoffe in das Gewebe, bzw. die Hautzellen transportiert. Die Bildung der Kanäle konnte unter dem Elektronenmikroskop nachgewiesen werden. Die Aufnahmefähigkeit der Haut wird dadurch um ca. das 400-fache erhöht.

Optische Strahlung

 

Infrarot:

  • (unsichtbar)
  • durchblutungsfördernd
  • entzündungshemmend

LED Blaulicht

  • entzündungshemmend
  • gefährlich für Augen
  • Verdacht eine Blaulicht-Hautalterung zu verursachen

IPL

  • Spezielle Wellenlängen sind Bakterien abtötend.
  • Verminderung der Durchblutungsgefäße der Talgdrüse.

Infrarot (unsichtbar)

Erhöht die Durchblutung und hilft, Entzündungen – auch jugendliche Akne – zu behandelnd. Heutzutage weiß man inzwischen, dass Infrarotlicht nicht gut für die Haut ist, da es sehr tief in die Haut eindringt und dort freie Radikale aktiviert. Zudem ist es gefährlich für die Augen, weil es unsichbar ist und bei nicht ausreichendem Augenschutz dort bleibende Augenschäden verursachen kann.

 LED Blaulicht

Wirkt entzündungshemmend, ist aber auch gefährlich für die Augen. Blaulicht steht im Zusammenhang mit Handy- und Computerdisplays im Verdacht eine Blaulicht-Hautalterung zu verursachen.

IPL

Akne- Effloreszenzen sind entzündet und es befinden sich Porphyrine im Gewebe.

Spezielle Wellenlängen werden von den Porphyrinen absorbiert und dadurch entsteht singulärer Sauerstoff (auch freie Radikale genannt), der die Bakterien abtötet.

Bei Wellenlängen von 555 nm bis 950 nm wird auch das Hämoglobin als Chromophor angesprochen.

Dadurch kann es zu einer Verminderung der Durchblutungsgefäße der Talgdrüse kommen.

Kontraindikationen 

Needling

Durch die Nadeln werden die Komedonen geöffnet und der Talg – und somit auch die Bakterien – werden auf der gesamten Haut verteilt.

Genauer gesagt, durch das Needling verteilt man die Bakterien auch auf gesunde Stellen der Haut und infiziert diese.

Bedenke, dass du als KometikerIn nur Nadeln bis 0,3 cm verwenden darfst. Von 0,4-3 mm ist die Needlingbehandlung Dermatologen vorbehalten.

Weitere Kontraindikationen   

Mikrodermabrasion

Bei der Mikrodermabrasion handelt es sich um ein Verfahren des mechanischen Peelings. Bei diesem gerätegestützen abrasiven Verfahren wird versucht mit Hilfe von Vakuum und eines (meist) Diamantkopfes das Stratum disjunktum und z.T. auch Stratum conjunktum abzutragen. Bei einer anderen Variante (Kristallabrasion) werden Kristalle auf die Haut „gepustet“, welche dann die Haut mechanisch abtragen und gleichzeitig werden durch ein Vakuum die abgetragene Hautschüppchen wieder eingesogen.

Dieses Verfahren kann bei Narben und Verhornungsstörungen oder auch bei einer klassischen Ausreinigung von unreiner Haut (leichte Akne comedonika) sehr hilfreich sein. Allerdings ist es bei der Akne und gerade bei der entzündlichen Akne keine hilfreiche Methode, da auch hier die Infektion der Talgdrüsen über die Gesamtheit der Haut verteilt und gesunde Hautpartien kontaminiert werden.

Radiofrequenztherapie

Mit speziellen Elektroden werden Radiowellen in die Tiefe der Haut geschleust. Die Energie der Radiofrequenz erreicht dadurch die Dermis.

Die milde Wärmeentwicklung in der Tiefe fördert die Neubildung von Kollagen und Elastin. Bei unreiner Haut können aber Bakterien mit in die Haut geschleust und die Talgproduktion auch angekurbelt werden.

Und bei der Akne sind die Entzündungen Kontraindikationen.

Geschädigte Epidermis

Geschädigte Epidermis

Die Haut ist unser größtes Organ und hat viele Schutzfunktionen. Aber was, wenn die Epidermis nicht gesund oder verletzt ist?

Die Aufgaben der Haut sind vielseitig. Sie ist unser Schutzschild und schützt uns vor chemischen, biologischen und physikalischen Einwirkungen. Außerdem ist sie mit zuständig für den Stoffwechsel und regelt unter anderem unsere Körpertemperatur.

 

Schutzfuktionen der Haut

Schutzfuktionen der Haut Teil II

Schutzfuktionen der Haut Teil III

Geschädigte Epidermis

Geschädigte Epidermis Teil II 


Schutzfuktionen der Haut       

Die Haut übt eine ganze Reihe von lebenswichtigen Schutzfunktionen aus, die in aktive und passive Funktionen unterteilt werden können.

Die passive Schutzfunktion ist durch den Aufbau und die Struktur der Haut gegeben. Beim aktiven Hautschutz wird aktiv auf einen äußeren Reiz reagiert.

Zu den aktiven Schutzfunktionen der Haut zählen die Abwehr von in die Haut eingedrungenen Mikroorganismen durch das Immunsystem, die Resorption von Wirkstoffen, das Ausscheiden von Schweiß (Kühlfunktion) und Talg (zusammen mit dem Schweiß wird so der Wasser-Fett-Film hergestellt), die ­Verstärkung oder Verminderung der Durchblutung und das Empfinden von Druck-, Vibrations-, Tast-, Schmerz- und Temperaturreizen.

Zu den passiven Schutzfunktionen zählt der Schutz vor Kälte, Hitze, Strahlung und hier insbesondere Sonnenstrahlung. Auch Druck, Stoß und Reibung werden, bedingt durch den Aufbau der Haut, „abgefangen“. Weiterhin verhindern der Aufbau und die Struktur der Haut das Eindringen von chemischen Substanzen und von Krankheitskeimen.

Die intakte Hornschicht ist eine gute physikalische Barriere. Eine überaus wichtige Schutzfunktion liegt in der Abwehr von Fremdstoffen.

Dies können Chemikalien jeglicher Art – aber auch Bakterien, Pilze, Viren und andere Mikroorganismen oder ihre Stoffwechselprodukte – sein. Die Hornschicht verhindert zum einen das Eindringen dieser Fremdstoffe in lebende Hautschichten. Zum anderen verhindert sie auch weitgehend den Verlust von Wasser aus dem Körper. Sie wird deshalb als Hornschichtbarriere bezeichnet.

Ohne die Hornschicht würde der Körper etwa zwanzig Liter Wasser pro Tag verlieren. Die Funktion des „Wasserrückhalts“ wird durch die fetthaltige Kittsubstanz, die von den Keratinozyten freigesetzt wird und die Zellzwischenräume abdichtet und durch die wasserbindenden Substanzen der Korneozyten ermöglicht.

 

Schutzfuktionen der Haut Teil II

Auf der Haut liegt ein Oberflächenfilm, der Wasser-Fett-Film (Säureschutzmantel, Hydro-Lipid-Film). Dieser Film setzt sich aus einer Wasser- und einer Fettphase zusammen.

Beide Phasen sind durch natürliche Emulgatoren zu einer Emulsion verbunden, die sich gut auf der Haut verteilt und sie geschmeidig hält.

Der größte Anteil der wässrigen Phase stammt aus dem Schweiß, ein kleinerer Anteil stammt direkt aus dem durch die Hautschichten nach außen gelangendem Wasser (transepidermale Wasserabgabe). In dieser wässrigen Phase sind u. a. Aminosäuren gelöst, die wesentlich zu der Pufferkapazität der Haut beitragen.

Die Fette auf der Hautoberfläche setzen sich zu einem größeren Anteil aus dem von den Talgdrüsen produzierten Talg und zu einem kleineren Anteil aus den bei der Verhornung aus den Keratinozyten freigesetzten Fetten (den Hornfetten) zusammen. Wird die Haut entfettet, kann dies zum erhöhten Wasserverlust und zur Austrocknung der Haut führen.

Die Barrierefunktion der Hornschicht kann zwar viele schädigende Einflüsse abwehren – sie hat aber auch physiologische Lücken.

Diese Lücken sind notwendig, um einen minimalen Flüssigkeits- und Stoffaustausch zwischen Organismus und Umwelt zu gewährleisten. Durch diese Lücken wird es jedoch möglich, dass auch schädigende Stoffe von außen in die Haut eindringen können.

Die Hornschicht hält als mechanische Barriere die gröbsten Schädigungen durch äußere Einflüsse ab.

Dass die Haut in ihrer Struktur so schnell nicht geschädigt wird und die einzelnen Schichten, z. B. bei Zug oder Stoß, miteinander verhaftet bleiben, liegt u. a. an der zapfenförmigen Verzahnung von Epidermis und Corium. Diese Retezapfen werden auch Papillen oder Papillarkörper genannt. Die Ausprägung dieser Verzapfung ist für das typische Hautrelief verantwortlich und wird im Alter langsam flacher. Eine weitere Milderung von mechanischen Einflüssen ist durch den Aufbau des Bindegewebes, des Coriums, gesichert.

Ein wichtiges Polster gegen mechanische Einflüsse ist zudem das Unterhautfettgewebe.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Haut ist der Strahlenschutz. Verschiedene Schutzsysteme mildern die schädigenden Einflüsse von UV-Licht. Eine Hornschichtverdickung (Lichtschwiele) trägt wesentlich dazu bei, dass schädigende Strahlen schon von der Hornschicht reflektiert und absorbiert werden.

Dadurch können die Strahlen nicht in tiefere Hautschichten gelangen. Außerdem werden bei der Sofortpigmentierung – also unmittelbar nach dem Sonnenbad – farblose Melaninvorstufen in braunes Melanin umgewandelt.

Bei der Spätpigmentierung – diese setzt erst etwa einen Tag nach dem Sonnenbad ein – wird von den Melanozyten neues Melanin gebildet und an die Keratinozyten abgegeben.

Diese dunklen Pigmente absorbieren ebenfalls einen großen Teil der Strahlung, um die lebenden Zellen und insbesondere die Zellkerne mit dem Erbgut zu schützen.

Die Haut produziert aus Aminosäuren außerdem eine körpereigene Lichtschutzfiltersubstanz, die Urocaninsäure, die sich im Wasser-Fett-Film auf der Hautoberfläche befindet.

Für die Funktion des Gesamtorganismus ist eine konstante Körperkerntemperatur notwendig. Die Haut übernimmt dabei die wichtige Rolle der Temperaturregulation.

Sie sorgt für Abkühlung bei Hitze und Erwärmung des Körperkerns bei Kälte. So werden die Gefäße bei Kälte eng und bei Wärme weit.

Bei sehr hohen Außentemperaturen wird aktiv Schweiß produziert, der bei Verdunstung für Kälte sorgt. Durch eine Tonuszunahme der Muskeln kann Wärme erzeugt werden.

Dies geschieht zum Beispiel bei einem Sport wie Joggen. Rezeptoren der Haut (Kälte- und Wärmerezeptoren) melden die Tempe­raturverhältnisse an das zentrale Nervensystem.

Von dort aus wird wiederum die Absenkung oder Heraufsetzung der Temperatur geregelt.

Die Haut übt außerdem Stoffwechselfunktionen aus. Dies sind die Stoffausscheidung (Sekretion), die Stoffaufnahme (Resorption) und die Stoffspeicherung.

Zusammen mit dem Schweiß scheidet die Haut Stoffwechselschlacken aus: dazu zählen Kochsalz, organische Säuren und Harnstoff. Etwa ein Fünftel der täglichen Wasserausscheidung verläuft über die Haut. Die anderen vier Fünftel Wasser werden über die Nieren bzw. die Blase, über die Lunge und den Darm ausgeschieden.

In nur geringem Maße ist die Haut an der Atmung beteiligt:

Etwa 4 bis 5 Prozent des Kohlendioxids werden durch die Haut ausgeschieden, aber nur etwa ein Prozent des Sauerstoffbedarfs wird durch die Haut aufgenommen.

Die Haut als Atmungsorgan zu bezeichnen ist deshalb übertrieben.

 

Neben Sauerstoff nimmt die Haut trotz ihrer Barrierefunktion weitere Stoffe auf. Hierbei werden fettlösliche Substanzen wasserlöslichen Stoffen vorgezogen.

Wasserlösliche (polare) Substanzen können die Epidermis in geringem Umfang entlang der Keratinfasern durchdringen. Fettlösliche (unpolare) Substanzen gelangen über die fetthaltige Kittsubstanz zwischen den Hornzellen in tiefere Hautschichten. Außerdem können Stoffe über die Haarfollikel und die Schweißdrüsenausführungsgänge in tiefere Hautschichten gelangen. Umgekehrt findet eine Wasserfreigabe durch passive Diffusion von Wasser durch die Hornschicht statt (transepidermaler Wasserverlust, Perspiration).

Die kosmetische Industrie verspricht bei Präparaten bzw. Wirkstoffen immer wieder, dass diese in bestimmte Hautschichten vordringen und dort ihre ­Wirkung entfalten können.

Diese Aussagen sollten kritisch betrachtet werden. Zum einen können viele Wirkstoffe – z. B. von außen auf die Haut aufgebrachtes Kollagen, gar nicht in tiefere Schichten gelangen.

Sollte dies der Fall sein, müssten sie sich dort noch in die jeweilige Gewebestruktur einfügen, d. h. sich genauso anordnen, wie es die Haut für körpereigene Gewebebestandteile macht.

Zum anderen ist die Grenze der kosmetischen Anwendungen überschritten, wenn lebende Gewebe beeinflusst werden, d. h. bereits nach Überwinden der Hornschicht.

Wird lebendes Gewebe beeinflusst, fällt dieses Vorgehen unter die Arzneimittelverordnung.

Eine Möglichkeit, Wirkstoffe tiefer in die Haut einzuschleusen, besteht z. B. darin, sie in Liposomen einzupacken. Hier müssen allerdings Wirkungen und Nebenwirkungen sehr sorgfältig gegeneinander aufgewogen werden. Mögliche Nebenwirkungen bzw. Risiken bestehen darin, dass mit den Liposomen die Wirkstoffe und Zusatzstoffe (z. B. Konservierungsmittel) in die Hautschichten eingeschleust werden und eine Allergie auslösen können. Ebenso können auf diese Art und Weise Verunreinigungen der Produkte zu einer Infektion führen.

Der Einsatz von sogenannten „Nanopartikeln“ in Kosmetika muss gekennzeichnet werden. Gesundheitliche Risiken (z. B. allergische Reaktionen) können noch nicht abschließend bewertet werden.

Die Funktion der Stoffspeicherung in der Haut wird von der Subcutis übernommen. Das im Unterhautfettgewebe gespeicherte Körperfett (Depotfett) ist ein wärmeisolierendes Fettpolster und ein wichtiges Energiereservoir. Das dort angesammelte Fett kann bei Nahrungsmangel oder Hungerkuren abgebaut werden.

Geschädigte Epidermis

Ist die Epidermis geschädigt, spricht man von einer Erosion. Erosionen sind Verletzungen, die nicht bluten, da Blutgefäße erst in der Dermis anfangen. Sie heilen ab, ohne Narben zu hinterlassen.

Bei einer oberflächlichen Hautabschürfung (Erosion) handelt es sich um einen Defekt, der nur auf die Epidermis beschränkt ist.

Sie kann entstehen durch das Platzen von Bläschen, Pusteln und Blasen, durch Aufweichen der Haut oder durch Schürfung.

Sichtbar ist eine gerötete und durch Absonderung von Gewebsflüssigkeit feuchte Fläche, die brennt und schmerzt.

Bei der Abheilung entstehen jedoch keine Narben.

 

  

Geschädigte Epidermis Teil II

Bei Rhagaden (Hauteinrissen) handelt es sich um Wunden, die meist durch die Bewegung enstehen.

Mit Hautverdünnung (Atrophie) ist eine Verdünnung der Epidermis und/oder der Dermis gemeint, von der dann auch die Hautanhangsgebilde betroffen sind.

Sie kann altersbedingt entstehen, nach Entzündungen auftreten oder hormonell bedingt sein. Auch eine Kortisonanwendung über längere Zeit führt zu einer Verdünnung der Haut.

Mit Flechtenbildung, Hautvergröberung (Lichenifikation) ist eine Verdickung der Haut gemeint, die durch eine Akanthose, eine Hyperkeratose mit Schuppung und oft durch eine Hyperpigmentierung am Rand gekennzeichnet ist.

Die Verdickung der Haut führt zu einer vergröberten Felderzeichnung und juckt oft stark.

Typisch ist eine Lichenifikation (eine flächenhafte lederartige Veränderung) der Haut bei chronischen Ekzemen.

 

Einflüsse auf die Epidermis                             

●      Physikalische Einflüsse auf die Epidermis

Ist die Haut erstmal beschädigt, so können Erreger eindringen und das kann fatale Folgen in Form einer schweren bakteriellen oder viralen Erkrankung haben.

In den meisten Fällen bleiben Hautwunden harmlos und oberflächig. Sie können aber auch eine örtliche Entzündung bis hin zu Abszessbildung zur Folge haben.

Ein Abszess ist eine Ansammlung von Eiter in einer abgeschlossenen Gewebshöhle. Er ist die Folge einer Infektion, die durch einen Erreger hervorgerufen worden ist.

  • Chemische Einflüsse auf die Epidermis

Die Epidermis kann durch verschiedene chemische Präparate Schäden nehmen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Chlorreiniger
  • Fruchtsäure-Präparate
  • WC-Reiniger
  • Desinfektionsreiniger

Bei zu langem direktem Kontakt mit der Haut kann der Säureschutzmantel zerstört werden und auch die Epidermis angegriffen und verbrannt werden.

  • Biologische Einflüsse auf die Epidermis

Biologische Einflüsse sind Kälte, Strahlentherapie (ionisierende Strahlung) und Sonnenstrahlen und in der Kosmetik Enzympeelings.

Diese wirken ganz anders, denn sie setzen freie Radikale frei und können so das Gewebe verändern.

Beim Enzympeeling wird die Kittsubstanz der Epidermis zersetzt indem die dortigen Proteine von Enzymen zerstört werden.            

 

Geschädigte Epidermis

Die Haut ist unser größtes Organ und hat viele Schutzfunktionen. Aber was, wenn die Epidermis nicht gesund oder verletzt ist?

Die Aufgaben der Haut sind vielseitig. Sie ist unser Schutzschild und schützt uns vor chemischen, biologischen und physikalischen Einwirkungen. Außerdem ist sie mit zuständig für den Stoffwechsel und regelt unter anderem unsere Körpertemperatur.

1 Das Immunsystem und die Wunde

2 Arten von Wunden

3 Wundheilungsphasen

4 Granulationsphase + Epithelisierung

 

Das Immunsystem und die Wunde

Die meisten Erreger werden vom Immunsystem sehr schnell abgewehrt und der Betroffene kriegt es nicht einmal wirklich mit.

Allerdings können Erreger auch weitaus schlimmere Folgen für die Gesundheit des Menschen haben. Vieren, Bakterien und Pilze können – wenn das Immunsystem es nicht schafft diese zu bekämpfen – dazu führen, dass der Betroffene erkrankt.

Ist der Organismus infiziert, kommt es zu Abwehrreaktionen, auch Immunantwort genannt. Je nachdem welche, wieviele Erreger, wo und wie schnell sie sich ausbreiten, können die Abwehrreaktionen unterschiedlich aussehen und reichen von Rötungen, Schwellungen, lokalen Entzündungen bis hin zu Fieber, Durchfall, Erbrechen und im schlimmsten Fall Ausfall von einem oder mehrerer Organe.

Hier spielt das Immunsystem die alles entscheidende Rolle. Ein starkes Immunsystem entscheidet oft darüber, wie stark sich ein Erreger ausbreitet und wie lange es dauert, bis der Körper ihn abwehrt.

“ Rötungen und Schwellungen sind Zeichen von Entzündung. Durch die verstärkte Durchblutung und Schwellung fließt mehr Blut über Blutbahn und Lymphe an die betroffene Stelle, wodurch der Erreger schneller bekämpft werden kann.“

Arten von Wunden

  • traumatische Wunden
  • mechanische Verletzungen:
    • Schürfwunde
    • Schnittwunde
    • Stichwunde
    • Risswunde
    • Bisswunde
    • Quetschwunde
    • Platzwunde
    • Schusswunde
    • Ablederungen/Abscheuerung
    • Amputationen
  • thermische Wunden:
    • Verbrennungen
    • Erfrierungen
    • Stromverletzungen
    • chemische Verletzungen
    • Verletzung durch Säuren
    • Verletzung durch Laugen
    • photochemische
    • Verbrennung durch Sonnenstrahlung (UV-Strahlung)
  • iatrogene Wunden
  • chronische Wunden (oft bei älteren Personen mit offenen Beinen oder Fußbehandlungen)
  • radioaktive/strahlenbedingte Wunden (Strahlentherapie bei Krebserkrankung)

Was genau geschieht eigentlich, wenn du dich schneidest? Welche Schritte durchläuft dein Körper, von der Entstehung der Wunde bis hin zur Heilung?

Es sind drei Schritte, die dein Körper und dein Immunsystem durchlaufen.

3 Wundheilungsphasen

Phase I

Exsudationsphase: Blutreinigung und Blutstillung

Phase II

Granulationsphase: Aufbau von Granulationsgewebe

Phase III

Epithelisierungsphase: Ausreifung, Narbenbildung und Epithelisierung

Phase IV

Reparationsphase:  Zellen bilden sich neu

Reinigungsphase:

Reinigungsphase oder auch Exsudationsphase ist die Phase, in der der Körper die Wunde mechanisch reinigt. Bei dieser Reinigung werden Zelltrümmer, Keime und Stoffwechselabfallprodukte aus der Wunde heraus geschwemmt. Das Wundexsudat besteht aus verschiedenen Bestandteilen, nämlich

Wasser, Fibrin, Glukose, Lymphozyten und Makrophagen, Blutplättchen, Wachstumsfaktoren, vers. Proteine, Mikroorganismen und tote Zellen.

“ Das Wundexsudat ist nicht zu verwechseln mit dem Bluten der Wunde. Es ist vielmehr das Wundwasser, das du bestimmt schon einmal bei deinen eigenen Wunden gesehen hast.“

 

Granulationsphase + Epithelisierung

In der Granulationsphase entsteht ein vorübergehendes Bindegewebe, das sog. Granulationsgewebe, welches sehr gut mit Blut versorgt ist und durch die Bildung neuer Zellstrukturen die Wunde zusammenzieht.

Man erkennt dieses Stadium der Zellheilung besonders gut, da die Wunde hellrot, glasig bis transparent und feucht ist.

Diese Phase beginnt immer im Bereich der Wundränder und arbeitet sich in die Mitte der Wunde hinein.

„Erinnerst du dich noch an die Zellen der Dermis? Es waren die Fibroblasten. Diese spielen nun hier eine Hauptrolle, denn sie unterstützen das Bindegewebe nun mit dem Aufbau von Bindegewebszellen und Kollagen. „

 

Epithelisierung

In der Regenerationsphase oder auch Epithelisierungsphase zieht sich die Haut wieder zusammen. Das geschieht normalerweise zwischen dem 6. und dem 10. Tag nach Entstehung der Wunde.

Das Granulationsgewebe wird zu Narbengewebe und die Epitelisierung bringt die Wundheilung zum Abschluss.

“ Die Neuentstehung der Epithelzellen geht nicht einfach in der Mitte der Wunde los. Sie beginnt immer im Bereich der Wundränder und arbeitet sich in die Mitte der Wunde hinein. „

Immunsystem und apparativer Kosmetik

Immunsystem der Haut

In den vergangenen Kapiteln hast du immer wieder vom Immunsystem und Immunabwehr gehört.

Auch spielt das Immunsystem im Zusammenhang mit der apparativen Kosmetik eine wichtige Rolle. Daher möchte ich die das Immunsystem und die dazugehörigen Mitspieler wir das Lymphsystem genauer erklären.

1 Rolle spielen des Immunsystems

2 Immunsystem und die Haut

3 Fakten zum Immunsystem          

 

Rolle spielen des Immunsystems

In der klassischen, manuellen Kosmetik arbeitet die Kosmetikerin auf der Epidermis. Alle Behandlungen finden auf der Hautoberfläche und lediglich durch die Lanzette beim Ausreinigen wird die Epidermis überwunden oder durchbrochen.

Anders ist es bei der apparativen Kosmetik. Hier geht die Kosmetikerin oder Trainer „unter die Haut“. Ob es mit Ultraschall, Licht, Laser oder Strom ist. Der Effekt bzw. Arbeitsbereich der Behandlung liegt nicht nur auf der Oberfläche der Epidermis, sondern kann bis zu den Muskeln reichen.

In dem Augenblick, in dem man tief in das Gewebe eingreift, sind die Schäden, die man anrichten kann, gravierender. Und immer, wenn das Gewebe einen Schaden nimmt, kommt das Immunsystem (IS) ins Spiel.

Aber nicht nur, wenn eine Behandlung schief geht, spielt das IS eine wichtige Rolle, sondern auch bei einer erfolgreichen Behandlung werden zumindest Teile des IS zur Hilfe genommen, um die Behandlungen erfolgreicher zu machen bzw. die gewünschten Effekte zu erzielen.

Du siehst, es reicht nicht aus nur deine Haut zu kennen, um Fachkompetenz zu haben. Du musst den Organismus und die Zusammenhänge zumindest grob verstehen, um die Folgen deiner Behandlung vollumfänglich zu verstehen.

Das Immunsystem und die Haut ist das biologische Abwehrsystem des Menschen von lat. immunis = unberührt, frei, rein

Durch kosmetische Behandlungen kann das Immunsystem in verschiedener Weise gestärkt und unterstützt werden. An erster Stelle steht der Entspannungs- und Wohlfühleffekt, der sich positiv auf den gesamten Organismus auswirkt.

Durch Massagen – und hier besonders die Lymphdrainage – kann aber auch ganz gezielt das Immunsystem in seiner Arbeit unterstützt werden, indem z. B. der Abtransport von Schlackestoffen beschleunigt wird.

Das Immunsystem ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedenster Organe, Zellen und von ihnen ausgesandter Botenstoffe.

Es ist über den ganzen Organismus verteilt und kann an jedem Organ wirksam werden. Das Knochenmark, der Thymus, die Milz und die Lymphknoten sind die wichtigsten Organe des Immunsystems. Das Immunsystem dient der Gesunderhaltung des Menschen, indem körperfremde Substanzen abgewehrt und anormale Körperzellen entsorgt werden.

Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen greifen täglich unseren Organismus an. Ohne Immunsystem würde der Organismus innerhalb kürzester Zeit zusammenbrechen und von Krankheitskeimen und Tumoren überwuchert.

Man unterscheidet unspezifische Abwehrmechanismen des angeborenen Immunsystems und spezifische Abwehrmechanismen des sog. erworbenen ­Immunsystems.

In Bezug auf die angeborene, unspezifische Immunabwehr ist die intakte Haut mit ­ihren Schutzmechanismen eine sehr wirksame Barriere gegen Eindringlinge von außen (z. B. Mikroorganismen). Durchdringt ein Fremdstoff trotzdem die Hautoberfläche, treten zunächst die „Hilfspolizisten“ auf den Plan. Es handelt sich hierbei um Fresszellen (Phagozyten).

Phagozyten haben die Aufgabe, kleine Fremdstoffe, z. B. Krankheitserreger, zu fressen. Dazu nehmen sie den Fremdkörper in das Zellinnere auf und bauen ihn dann ab.

Diese direkte Abwehr durch das Auffressen von Fremdkörpern reicht aber in der Regel nicht aus, um eine Infektion zu bekämpfen. Die Phagozyten der Epidermis nennt man auch Langerhanszellen. Langerhanszellen und andere Zellen der Haut senden über Botenstoffe, die sie freisetzen, Signale an andere Zellen aus, die sich dann an der Abwehrreaktion beteiligen.

Die erworbene (spezifische) Immunantwort wird erst im Laufe eines Lebens durch Auseinandersetzung des Körpers mit verschiedensten Mikroorganismen und anderen Fremdstoffen der Umwelt ausgeprägt. Diese Art der Immunantwort wird vor allem durch Lymphozyten vermittelt. Man unterscheidet hier zwei große Gruppen von Zellen, die B-Lymphozyten (B-Zellen) und die T-Lymphozyten (T-Zellen). Die B-Zellen lösen Immunreaktionen durch Antikörper aus, die sie produzieren und freisetzen.

Die T-Zellen steuern die Immunantwort durch von ihnen freigesetzte Botenstoffe, sie werden auch als „Einsatzleiter des Immunsystems“ bezeichnet.

Einige Zellen des Immunsystems können den Fremdstoff durch bestimmte Strukturen (Rezeptoren) auf ihrer Oberfläche erkennen.

Dies funktioniert stark vereinfacht nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip, d. h., wenn eine passende Struktur an den Rezeptor auf der Zelloberfläche andockt, beginnt die Zelle, eine Immunantwort auszulösen.

Die Gedächtnisleistung des Immunsystems besteht darin, dass gegen viele einmal in den Organismus eingedrungene Schadstoffe sogenannte Gedächtniszellen gebildet werden, die bei jedem neuen Kontakt mit dem betreffenden Stoff sehr schnell wieder die Einsatzleitung informieren, die dann wirksam gegen den Schadstoff vorgehen kann.

Fakten zum Immunsystem

Bei Erkrankungen des Immunsystems dürfen keine Wirkstoffe in die Haut geschleust werden.

Dazu zählen Allergien und Neurodermitis sowie die Immun­insuffizienz, eine Erkrankung des Immunsystems, bei der die Abwehrfunktion geschwächt ist.

 

Organe des Immunsystems

Nun hast du schon ein grobes Verständnis des Immunsystems. Lass uns mal genauer hinschauen, welche Organe zum IS gehören.

1 Alle Organe des Immunsystems

2 Aufteilung der Organe

3 Organ Dickdarm

4 Organ Lymphbahnen

5 Aufgabe der Lymphknoten

6 Abwehr

7 Funktionsweise der Abwehr

8 Unterscheidung der Immunantwort

9 Bildung der Zellen

Alle Organe des Immunsystems

Primäre lymphatische Organe

  • Thymus
  • Knochenmark

Sekundäre lymphatische Organe

  • Waldeyer-Rachenring (Mandeln, Rachenschleimhaut)
  • Milz
  • lymphatisches Gewebe im Darm
  • Lymphsystem (Lymphbahnen und Lymphknoten)
  • Haut und Schleimhaut 

 

Organe des IS

Aufteilung der Organe

Die Organe des Immunsystems

Thymus (Bries)

Der Thymus ist das zentrale Organ, in dem die T-Lymphozyten geprägt werden.

Er sitzt hinter dem Brustbein, oberhalb des Herzens.

Erstaunlicherweise hat der Thymus nach der Pubertät seine Dienste getan und fängt an sich zurückzubilden und sich in Fettgewebe umzuwandeln.

Das Knochenmark

bildet die meisten Vorstufen und einige reife Abwehrzellen  

Haut und Schleimhäute (Nase, Rachen, Darm)

sind oft Eintrittspforte für Erreger. Eine gesunde Haut wehrt diese schon vor dem Eintritt in den Organismus ab.

Waldeyer-Rachenring

übernimmt die Überwachungsfunktion im Rachenraum und schützt ihn vor Infektionen. Es ist ein Zentrum des lymphatischen Gewebes, welches für die Abwehr von Erregern über Mund und Nase zuständig ist.

Zu ihm gehören: Rachenmandeln, Gaumenmandeln, Zungenmangeln

Alle drei Organe sind mit ruhenden Lymphozyten besetzt, die mit Hilfe von T-Zellen zu antikörperproduzierenden Plasmazellen reifen

 

Organ Dickdarm

Die Organe des Immunsystems

  • Milz

Ist ein Filter für Blut, sorgt für den Abbau von funktionslosen Blutzellen und ist ein „Warteraum“ für Lymphozyten, die noch auf ihren Einsatz waren.

Der Dickdarm ist sehr dicht mit der physiologischen Darmflora besiedelt.

Dadurch können Krankheitserreger sich nur schwer an die Darmwand anheften und es findet eine sehr effektive Abwehr statt.

Die Bakterien der Darmflora sind von entscheidender Bedeutung für das IS. Bei einem Erwachsenen beträgt das Gesamtgewicht des Mikrobions im Darm bis zu zwei Kilogramm.

“ In den letzten Jahren gewinnt die Darmflora für das IS immer mehr an Wichtigkeit. Forscher haben herausgefunden, dass durch die Einnahme von Antibiotika, einseitiger Ernährung und ein allgemein unausgewogener Lebensstil die Darmflora geschädigt und dadurch die sog. Zivilisationskrankheiten zunehmen. Deswegen hat wahrscheinlich schon Hippokrates ca. 500 v. Chr. gesagt, dass alle Krankheiten im Darm beginnen. „

  • Lymphatisches Gewebe im Darm

Peyer-Plaques sind eine Gruppe von Lymphfollikeln auf der Dünndarmschleimhaut.

Sie schützen den Menschen vor Darminfektionen, da hier – durch die ständige Nahrungsaufnahme – potentiell ein erhöhtes Risiko für den Befall durch pathologische Mikroorganismen besteht.

Der Dickdarm ist sehr dicht mit der physiologischen Darmflora besiedelt.

Dadurch können Krankheitserreger sich nur schwer an die Darmwand anheften und es findet eine sehr effektive Abwehr statt.

Die Bakterien der Darmflora sind von entscheidender Bedeutung für das IS. Bei einem Erwachsenen beträgt das Gesamtgewicht des Mikrobions im Darm bis zu zwei Kilogramm.

“ In den letzten Jahren gewinnt die Darmflora für das IS immer mehr an Wichtigkeit. Forscher haben herausgefunden, dass durch die Einnahme von Antibiotika, einseitiger Ernährung und ein allgemein unausgewogener Lebensstil die Darmflora geschädigt und dadurch die sog. Zivilisationskrankheiten zunehmen. Deswegen hat wahrscheinlich schon Hippokrates ca. 500 v. Chr. gesagt, dass alle Krankheiten im Darm beginnen. „

Organ Lymphbahnen

Die Organe des Immunsystems

Lymphbahnen mit den Lymphknoten bilden (neben dem Blutkreislauf) das wichtigste Transportsystem im menschlichen Körper.

Das Lymphsystem spielt auch in der apparativen Kosmetik eine wichtige Rolle. Bei vielen Behandlungen z.B. mit Ultraschall wird nämlich der Abtransport von Stoffwechselabfallprodukten angeregt. Dies geschieht überwiegend über das Lymphsystem. Auch im Falle einer Überdosierung muss das Lymphsystem verbrannte bzw. beschädigte Zellen abtragen.

Lymphbahnen entspringen in der Lederhaut als Lymphkapillaren und fließen über den ganzen Körper als Lymphbahnen zusammen. Zwischen mehreren Lymphbahnen sind Filter, sog Lymphknoten eingebaut, in denen die Lymphflüssigkeit gefiltert wird bevor sie zurück in den Blutkreislauf kommt.

Die Lymphbahnen des unteren Körperabschnitts laufen in der etwas oberhalb des Bauchnabels liegenden Cisterna chyli zusammen und münden im Milchbrustang (Ductus thoraticus). „


Aufgabe der Lymphknoten

 

  1. Filtern und Reinigen der Lymphe.
  2. Lymphknotenmakrophagen phagozytieren Bakterien, Viren und angeschwemmte Krebszellen.
  3. Lymphozyten vermehren sich bei einem Befall von Erregern (das erkennt man an der Schwellung der naheliegenden Lymphknoten).
  4. Die im Lymphknoten sitzenden weißen Blutkörperchen arbeiten gegen Erreger und bei einer vorliegenden Entzündung kann der Lymphknoten auch noch weiße Blutkörperchen produzieren.

Jetzt weißt du was das Immunsystem ist und welche Organe dazu gehören. Aber was genau passiert, wenn all diese Organe richtig zusammenarbeiten? Was bedeutet spezifische und unspezifische Immunantwort und wo liegt der Unterschied genau?

Abwehr

Die Abwehr wird unterschieden in zwei Teilsysteme  

  • unspezifische

oder

  • angeborene Abwehr
    • ist angeboren

und

  • Makrophagen (Fresszellen) bekämpfen völlig unspezialisiert alle Antigene
  • Spezifische bzw. erlernte/erworbene Abwehr

 hier unterscheidet man

noch einmal in zwei Kategorien

  • Spezifische bzw. erlernte/erworbene Abwehr in zwei Kategorien

zelluläre Immunantwort 

  • T-Zellen
  • B-Zellen
  • Langerhanszellen
  • Phagozellen

humorale Immunantwort 

  • die Abwehrstoffe, die sich im Blutplasma oder Lymphflüssigkeit befinden

Funktionsweise der Abwehr

 Funktionsweise der unspezifischen und spezifischen Abwehr

“ Wie der Name schon sagt ist ein Teil unserer Immunabwehr erlernt und der andere angeboren. Aber was bedeutet das konkret? „

Unspezifische / angeborene Abwehr

Die unspezifische Abwehr schützt den Organismus gegen alle Eindringlinge. Die intakte Haut ist an diesem Punkt ein wichtiger Faktor, denn durch ihre Barrierefunktion werden die meisten Erreger erst gar nicht in den Organismus hineingelangen.

Wenn dann aber doch mal Erreger diese Barriere überwinden, sind als erstes die Phagozyten (Makrophagen ) zur Stelle. Diese phagozytieren den Erreger und bekämpfen ihn auf diese Weise.

Spezifische / erlernte Abwehr

Die spezifische Abwehr ist die komplexere und somit spezialisierte Abwehr des IS gegen Erreger.

Sie entwickelt sich im Laufe des Lebens durch selbst erworbene Infektionen, die vom Körper bekämpft worden sind, oder durch Impfungen.

“ Die spezifische Abwehr kannst du dir so vorstellen, wie die Spezialeinheiten bei der Polizei. Während im Normalfall die Bundespolizei Konflikte lösen kann, muss im Falle einer Geiselnahme oder eines Terroranschlags ganz speziell ausgebildete Polizei eingesetzt werden, da die Bundespolizei für solche Einsätze nicht ausreichend ausgebildet und spezialisiert ist. „

8 Unterscheidung der Immunantwort

Unterscheidung zwischen zellulärer und humoraler Immunantwort

“ Bei der zellulären Immunantwort (Abwehrreaktion) sind es spezialisierte Zellen, die den Erreger bekämpfen, nämlich die T-Zellen/T-Lymphozyten. Wenn der Erreger zu der Spezialisierung der vorhandenen T-Zellen passt, dann wird er durch die vom den T-Zellen ausgeschütteten Botenstoffe bekämpft (Schlüssel-Schloss-Prinzip). Ist der Erreger durch die T-Zelle erkannt und definiert, vermehren sich diese schnell, um den Erreger mit einer großen Anzahl zu bekämpfen.

Wenn der Erreger bekämpft ist, bauen sich die T-Zellen wieder ab. Allerdings bleibt eine Gruppe der T-Zellen im Körper vorhanden. Diese Gruppen heißen T-Gedächtniszellen. Diese erinnern sich an den Erreger und wenn irgendwann der selbe Erreger wieder in den Organismus eindringt, wird er erkannt. Die T-Gedächtniszelle verwandet sich dann wieder in eine normale T-Zelle und der Erreger kann sofort effektiv bekämpft werden.

Die Gruppe der sog. T-Supressorzellen haben die Fähigkeit einen Kampf zu beenden, wenn er gewonnen ist.

Passt die Spezialisierung aber nicht, so aktivieren die T-Zellen B-Zellen/B-Lymphozyten zur Bildung von Antikörpern. Diese aktivierten B-Zellen bilden Plasmazellen, welche wiederum in der Lage sind Antikörper zu produzieren.

Die Antikörper gelangen dann über das Blut und die Lymphe zu den Antigenen, wo sie sich dann anheften. Dadurch entsteht ein Antikörper-Antigen-Komplex. Ist dieser Antikörper-Antigen-Komplex entstanden, können Makrophagen diesen phagozytieren (auffressen). „

“ Der Unterschied liegt also darin, dass bei der zellulären Immunantwort Zellen agieren und bei der humoralen Immunabwehr Antikörper und andere lösliche Abwehrstoffe beteiligt sind. „

Bildung der Zellen

Wo werden die Zellen eigentlich gebildet?  

  • Wo werden diese T-Zellen gebildet?

T-Zellen (T-Lymphozyten) werden im Knochenmark als unspezifische T-Zellen gebildet. Von da aus wandern sie aus in den Thymus, wo sie dann auf einen bestimmten Erreger spezialisiert werden.

  • Wo werden diese B-Zellen gebildet?

B-Zellen (B-Lymphozyten) werden im Knochenmark als unspezifische B-Zellen gebildet, wo sie dann auf einen bestimmten Erreger spezialisiert werden.

“ Bei einer Impfung macht man sich die Erinnerungsfähigkeit des Immunsystems zu Nutze.  Es werden kleine Mengen des Erregers in den Organismus injiziert, damit dieser mit einer Immunantwort reagiert, Antikörper bildet und auf den Erreger spezialisierte T- und B-Gedächtniszellen im Immunsystem zurückbleiben. „

Impfungen                          

Aktive Impfung

Lebendige (aber abgeschwächte Erreger), tote Erreger oder auch nur Bestandteile desselben, werden injiziert. Manche Impfungen müssen in mehreren Schritten immer wieder gespritzt werden (sog. Booster-Impfungen), damit der Körper ausreichend Antikörper und Gedächtniszellen bilden kann. Viele Impfungen müssen nach einigen Jahren aufgefrischt werden, damit die Erinnerung des Immunsystems nicht verloren geht (z.B. die Tetanus-Impfung).

Passive Impfung

Hier werden keine Erreger injiziert, sondern Antikörper und zwar dann, wenn der Körper bereits durch einen gefährlichen Erreger infiziert ist. Bekanntestes Beispiel ist die Tollwut.

Ist man erstmal gebissen, ist es schon zu spät für eine Reaktion des Immunsystems, das würde zu lange dauern. Mit den gespritzten Antikörpern kann der Körper den Erreger sofort bekämpfen.

„Das ist eine sehr schnelle und effektive Bekämpfung von Erregern, allerdings sehr kurzfristig, da dein Körper keine Gedächtniszellen bildet, um sich an denselben Erreger noch einmal zu erinnern. 

Wärmeregulation

1 Wärmeregulation

2 Wie wird die Themperatur geregelt

3 Fieber

4 Thermorezeptoren

5 Verbrennungsstadien

6 Probleme beim Erkennen einer Verbrennung der Haut

7 Was tun bei Verbrennungen? 

 

Wärmeregulation

Die Hautdurchblutung spielt bei der Temperaturregulation eine besondere und wichtige Rolle. Durch Behandlungen mit zum Beispiel Laser und Licht kann es zu Verbrennungen der Haut kommen, was Folgen für den ganzen Wärmehaushalt haben kann. Daher hilft es dir in deiner Arbeit, wenn du die Prozesse und Bestandteile der Wärmeregulation kennst und im Notfall diese unterstützen kannst. 

Wer regelt die Körpertemperatur?

Die Regulierung der Körpertemperatur geschieht durch verschiedene Organe, das Blut, Rezeptoren und Drüsen.

  • Rezeptoren als Reizempfänger
  • im Wärmeregulationszentrum des Gehirns mit Sitz im Hypothalamus
  • Hormone als Übermittler der Information aus dem Hypothalamus und den Drüsen
  • Schilddrüse, Nebennieren und Schweißdrüsen sind Regulationsstellen durch Ausschüttung von Hormonen bzw. Schweiß
  • Blut- und Nervenbahnen als „Straße“ für Informationsübermittlung
  • Muskeln als Wärmeproduktionsstelle durch die Spaltung von ATP

Wie wird die Temperatur geregelt

Wie wird die Körpertemperatur geregelt?

Die Normaltemperatur im Inneren des Körpers liegt bei ca. 36,5-37,5°C. Diese Temperatur wird ständig vom Hypothalamus im Wärmeregulationszentrum (WRZ) kontrolliert und wenn nötig durch die Hautanhangsgebilde, nämlich den Schweißdrüsen, reguliert. Tut er das nicht, kann der Körper überhitzen, was schlimme Folgen haben kann. 

Nervenzellen und Rückenmark messen die Temperatur ständig und werden dabei von über 30000 Wärmefühlern, den Wärmerezeptoren auf der Haut, unterstützt. Diese Ist-Temperatur wird vom WRZ im Hypothalamus bzw. der Hypophyse mit dem Sollwert verglichen. 

Liegt dieser Wert unter dem Sollwert, schüttet die Hypophyse sog. Steuerhormone aus, die durch die Blutbahn an die Schilddrüse und Nebennieren geschickt werden.

Sie empfangen diesen Befehl und schütten Hormone aus, die entweder bei Kälte die Stoffwechselaktivität in Organen und vor allem Muskelaktivität hochstellen oder bei Wärme die Gefäße weit stellen und durch das Schwitzen und der daraus resultierenden Verdunstungskälte auf der Haut die Temperatur herab setzen.

„Das WRZ bei Babys, Kleinkindern und älteren Menschen sind nur bedingt in der Lage die Temperatur selbst zu regeln, da nicht alle Faktoren der Wärmeregulation richtig oder vollständig arbeiten. Daher ist es bei ihnen besonders wichtig, dass man durch die richtige Kleidung das WRZ unterstützt. „

Fieber

Was passiert bei Fieber?

Fieber ist eine normale Abwehrreaktion des Körpers und kann ein Anzeichen von verschiedenen Erkrankungen, vor allem Entzündungen im Körper sein.

Bei Fieber wird der Sollwert der Körpertemperatur im Wärmeregulationszentrum des Gehirns höhergestellt. Um diesen Sollwert zu erreichen, wird der Stoffwechsel angekurbelt, die Muskelaktivität gesteigert und die Wärmeabgabe über die Haut gedrosselt (kalte Hände und Füße, blasse Wangen). Durch all das kommt es häufig zu Schüttelfrost zu Beginn des Fiebers bis die erhöhte Körpertemperatur erreicht ist.

Das Fieber hilft dann dem Körper die Erreger zu bekämpfen: Viele Vorgänge im Körper laufen bei höherer Temperatur schneller ab und die Vermehrung der Erreger wird gehemmt.

“ Wenn du Fieber hast, ist der Sollwert deines Körpers von 37°C auf zum Beispiel 39°C heraufgesetzt. Bis dein Körper diese Temperatur erreicht hat, hast du Schüttelfrost. Ist der Sollwert erreicht, hat man Fieber und fängt an zu schwitzen. „

Thermorezeptoren

befinden sich in der

  • oberen Dermis
    • Thermorezeptoren

Informationen werden

in Form von

  • Impulsen
    • ins Gehirn zum Hypothalamus geleitet

Thermorezeptoren der Haut/Schleimhaut

Bei Thermorezeptoren wird zwischen Wärme- bzw. Kälterezeptoren unterschieden. Sie liegen in der oberen Dermis.

Die Rezeptoren bestehen aus Nervenendigungen von Nervenzellen, sterben für die zuständige Temperaurwahrnehmung sind.

Die Informationen werden in Form von Impulsen in das Gehirn zum Hypothalamus geleitet, wo das Wärmeregulationszentrum sitzt.

Je nach Körperstelle sitzen die Wärme- bzw. Kälterezeptoren tiefer oder höher in der Lederhaut und man findet mehr oder weniger pro Quadratzentimeter der Haut.

Zum Beispiel hat die Stirn ca. zehn Mal mehr Kälterezeptoren pro Quadratzentimeter als Warmrezeptoren und auf dem Oberschenkel ist es genau umgekehrt.

Insgesamt gibt es bis zu 250000 Kälte- und lediglich 30000 Wärmepunkte, welche Temperaturen zwischen 10 und 45°C wahrnehmen können.

Temperaturen darüber oder darunter werden als Schmerz verspürt.

Folgen von Fehlhandlungen bei apparativer Kosmetik                          

Bei der apparativen Kosmetik wird tief in die Haut eingewirkt. Das kann sehr gute Erfolge und tolle Behandlungsergebnisse mit sich bringen. Aber was geschieht, wenn es eine Fehlbehandlung gibt?                         

Durch IPL-, Licht-, Ultraschall- und Strombehandlungen wird die Haut gezielt punktuell erhitzt.

Bei einer Licht- oder Laserbehandlung ist Hitze ein gezielter Effekt der Behandlung. Aber in den meisten Fällen nicht punktuell, sondern großflächig.

Daher sind hier Fehlbehandlungen viel folgenreicher für den Körper.

Wird die Haut über 45°C erhitzt sind Verbrennungen die Folge. Je nach Temperatur und Dauer der Hitzeeinwirkung kann das bis zur Nekrose führen, dem Gewebetod.

Verbrennungsstadien

Wie stark die Verbrennung ist, wird in verschiedene Stadien unterschieden.

Stadium 1: Die betroffene Stelle schmerzt, rötet sich und es kann zu kleinen Ödembildungen kommen.

Ob das erste Stadium erreicht ist, findest du ganz leicht selbst durch den Fingertest heraus. Bildet sich nach dem Drücken auf die Stelle ein weißer Rand um die Rötung, liegt mit ziemlicher Sicherheit keine Verbrennung vor. Das kann man natürlich bei Menschen mit dunkler Hautfarbe so nicht testen.

Stadium 2: Teilverlust der Haut. Epidermis bis hin zu Anteilen der Dermis sind geschädigt. Es sind Brandblasen zu erkennen.

Stadium 3: Verlust aller Hautschichten und Schädigung des subkutanen Gewebes, die bis auf den darunter liegenden Muskel reichen kann.

Stadium 4: Verkohlung, solche Schäden und keine Schmerzen mehr, alle Hautschichten und darunterliegende Knochen/Faszien sind dann betroffen.

Stadium 3 und 4 wirst du mit den dir zur Verfügung stehenden Behandlungen nur durch sehr grob fehlerhafte Behandlung erzielen können und daher hoffentlich nie erleben.

Probleme beim Erkennen einer Verbrennung der Haut

Wenn bei thermischen Anwendungen (z.B. Laser, IPL, Radiofrequenz, Nadelepilation)  Schmerz wahrgenommen wird, haben wir deutliche Hinweise auf eine Überdosierung. Denn Temperaturen ab 45°C  werden nicht mehr als Wärme, sondern Schmerz wahrgenommen.

Bei der dauerhaften Haarentfernung bzw. einer Rejuvinations-Behandlung werden die Lichtstrahlen von Pigmenten des Körpers aufgenommen. Je nach Einstellung des Lichts wird es von Farbpigmenten der Haare (Melanin) oder des Bluts (Hämoglobin) absorbiert und so auf 70°C erhitzt. Dieses Prinzip bezeichnet man auch als selektive Photothermolyse.

Schmerz ist aber leider kein zuverlässiger Indikator für eine Verbrennung, denn es ist nicht garantiert, dass der/die Kunde/in den Schmerz direkt spürt bzw. die sichtbaren Symptome einer Hautverbrennung bilden sich zeitverzögert, zum Teil erst 48 Stunden nach der Behandlung.

Was tun bei Verbrennungen?

Ist es erstmal zu einer Verbrennung gekommen, gilt es schnell zu handeln.

●      sofortiges Beenden der Behandlung

●      sofortige Kühlung der betroffenen Stelles

●      richtige Nachbehandlung

Bei einer Verbrennung ist Hitze in der Haut.

Dieser Überschuss kann der Körper allein nicht bewältigen, daher muss sie schnellstmöglich aus dem Körper herausgeführt werden, um das Ausmaß der Verbrennung so gering wie möglich zu halten.

Dies geschieht am besten manuell durch kalte Kompressen. Diese können von außen auf die Haut aufgelegt werden, um so der Haut die Hitze zu entziehen.

„Hier ist es wichtig, dass die Kompresse nicht zu kalt ist.

Daher nimm lauwarmes bzw. normales Leitungswasser für die Kompresse und tausche sie regelmäßig.

Durch die Störung der Hautbarriere ist der transepidermale Wasserverlust wesentlich höher als bei intakter Haut, was zur Folge haben kann, dass die Haut an den Stellen austrocknet, reißt, was Wunden, Entzündungen und Narben mit sich bringt. Daher gilt es – wenn keine offene Wunde durch die Verbrennung entstanden ist – die Haut sehr gut feucht zu halten.

Du solltest deiner KundIn auch sagen, dass er/sie viel Wasser trinken soll, um den zusätzlichen Wasserverlust zu regulieren.

Zuletzt sollte ein starkes Immunsystem auch hier nicht unterschätzt werden, da das Lymphsystem die verbrannten Zellen entsorgen muss.

Daher gilt es das IS durch z. B. Sport, Saunagänge oder Gifte nicht zusätzlich zu schwächen.

Bei einer Verbrennung in der apparativen Kosmetik kann der richtige Umgang damit darüber entscheiden, ob deine KundIn Narben zurückbehält oder nicht.

Daher ist es wichtig vor Ort schnell und richtig zu handeln, aber auch der/die KundIn muss zu Hause Nachsorge betreiben. „

Nägel